Category : Lebensphilosophie

„Perfect Days“ in Amara Valley

oder – Toilettenputzen als Klasse in Demut

Von Mitte Februar bis Ende März 2024 habe ich mein erstes Volontariat in meinem Leben im katalanischen Amara Valley gemacht, einem Retreat Center für Yoga, Ernährung und integrale Gesundheit, man könnte auch sagen für Mindfullness. 5 Stunden Arbeit am Tag an 5 Tagen, dafür freie Unterkunft und – sehr schmackhafte vegetarische – Verpflegung. Außerdem Teilnahme an manchen Aktivitäten.

Und natürlich das Leben in einer Community, denn in Amara Valley leben gleichzeitig ca. 20 Personen, davon zwei Drittel permanent oder langfristig und ein Drittel Freiwillige, die für 4 oder 6 Wochen kommen, um mitzuarbeiten.

Ich hatte im Januar an einem Fasten und Stille Retreat, dem Deep Dive in Amara Valley teilgenommen und dort auch gleich nach dem Volontär-Programm gefragt, da es mich interessierte auch einmal längere Zeit in Amara Valley zu verbringen. Es war zwar eigentlich bis zum Sommer belegt, aber es waren zwei Stellen vakant geworden und so meldete ich mich kurz entschlossen dafür an.

Die Arbeiten reichten vom Hühner füttern über den Hausputz bis zu Arbeiten auf dem weiträumigen Gelände wie z.B. das Aufstellen neuer Solar-Panels oder der Bau und das Aufbauen eines neuen Bienenstocks. Also insgesamt sehr abwechslungsreiche, aber teilweise auch sehr anstrengende Arbeiten.

Perfect Days in Amara Valley - Hühner füttern
Die Hühner warten schon ungeduldig

Perfect Days als Guest Guardian – Schützer der Gäste

Einen Morgen hatte ich wieder GG, das steht für Guest Guardian, und dabei hatte ich die folgenden Gedanken. Der Tag fängt mit der Toilettenrunde an. Ich fange also damit an, die Mülleimer mit dem benutzten Toilettenpapier zu leeren, denn hier wird kein Toilettenpapier ins Klo geworfen. Danach werden die Spiegel und Waschbecken der insgesamt acht Gästebäder gereinigt. Eine meditative Arbeit ohne großes Nachdenken. Und noch dazu mache ich es pfeifend und mit guter Laune.

Aber natürlich kommt bei mir automatisch der Gedanke auf, warum ich jetzt als 64-Jähriger eine freiwillige, unbezahlte Arbeit in einem Retreat Center mache und für andere die Toiletten reinige.

Dabei denke ich auch an den (übrigens sehr empfehlenswerten) letzten Film von Wim Wenders „Perfect days, der von einem Mann handelt, der in Tokio für eine Reinigungsfirma arbeitet und öffentliche Toiletten reinigt. Und der mit seinem Leben in Einklang und zufrieden ist.

Warum putzte Ghandi seine Toilette selbst?

Und ich denke auch an Ghandi, der seine Toilette selbst geputzt hat, um ein Zeichen zu setzen, denn diese Arbeiten wurden in Indien sonst nur von der Kaste der Unberührbaren gemacht.

Ich will mich bestimmt nicht mit Ghandi vergleichen, aber beim Toilettenputzen verstehe ich, warum er es gemacht hat. Es ist eine Klasse in Demut.

Wer will schon die Scheiße von anderen Leuten säubern? Bei der eigenen fällt es ja schon schwer. Es ist eine Arbeit, der man automatisch mit Abscheu begegnet, selbst wenn man es mit Gummihandschuhen macht.

Automatisch kommen Gedanken hoch wie: „Jetzt habe ich mein ganzes Leben gearbeitet, habe versucht etwas aufzubauen und jetzt putze ich in einem Retreat Center die Gästetoiletten? Und das noch umsonst? Wie weit habe ich es gebracht? Es ist eine Arbeit, die andere machen können, aber ich?“

Ja! Und meine fröhliche Stimmung überrascht mich selbst. Ich bin hierhergekommen, um zu dienen. Ich bin hierhergekommen, um von diesem einmalig ruhigen und friedvollen Platz zu profitieren. Um zu lernen, mein Ego zurückzustellen und das zu machen, was gemacht werden muss, so wie alle, die an diesem Ort leben oder als Freiwillige mitarbeiten.

Und ich stelle erstaunt fest, dass es mir nichts ausmacht. Dass ich alles gut kontrolliere, bis ich zufrieden mit meinem Ergebnis bin. Dass ich froh bin, wenn die Toiletten sauber für die Gäste sind. Ich gebe mir Mühe, denn ich bin schließlich der Guest Guardian, der Schützer der Gäste.

Und ich bin dankbar, dass ich hier bin und ein Teil des Teams sein darf. Dass ich lernen kann und Klassen bekomme, wie ich mein Ego verstehen und eventuell sogar verkleinern kann. Durch Demut.

Kann man persönliche Transformation messen?

Kann man persönliche Transformation messen? Und wird man dadurch glücklicher? Ich schreibe in meinem Blog viel von der Transformation. Aber was ist das eigentlich genau und kann man es messen?

Transformation ist die Entwicklung von deinem jetzigen Ich zu einem Ich, was dir mehr Freude bereitet, ein Ich, dass weniger leidet, glücklicher ist und mehr daran arbeitet seine wirklichen Bedürfnisse und Träume zu befriedigen.

Aber was sind deine wirklichen Bedürfnisse und Träume? Das typische schnelle Auto? Das Häuschen im Grünen? Die Reisen in ferne Länder? Alles das sind im Kern materialistische Träume. Diese Träume können kurzfristig zu einem glücklicheren Leben führen, aber meistens nicht langfristig, wie es schon viele Studien aus der Glücksforschung gezeigt haben.

Siehe: Kontemplaktion (blog), SKL-Glücksatlas, National Geographic, Wikipedia, Glücksforschung.de

Was macht also dann glücklich und wie kann ich zu einem glücklicheren Menschen werden?

Zum ersten Punkt gibt es eine „Glücksformel“, die von den meisten führenden Glücksforschern anerkannt ist.

Glücksformel:

    Zufriedenheit mit dem Leben im Ganzen
+  Zufriedenheit mit den persönlich wichtigsten Lebensbereichen
 +  Häufigkeit der angenehmen Gemütszustände
— Häufigkeit der unangenehmen Gemütszustände
= Glück und Wohlbefinden

Glücksformel: Zufriedenheit mit dem Leben im Ganzen

Es ist bewiesen, dass Zufriedenheit unter anderem auch genetisch bedingt ist. Es gibt Menschen, denen es einfach leichter fällt, glücklich und zufrieden zu sein, als andere. Aber Zufriedenheit ist natürlich nicht nur genetisch, was auch u.a. in der Zwillingsforschung bewiesen wurde.

Das heißt, es hängt auch davon ab, wie wir das Leben sehen und ob wir uns mehr auf positive oder negative Dinge fokussieren. Es hängt auch davon ab, ob wir mehr Positives tun oder nicht. Wenn wir andere Menschen positiver behandeln oder uns mit Dingen beschäftigen, die andere Menschen glücklicher machen, so werden auch wir automatisch glücklicher. Das kann Coaching sein, Therapie, Lehrer für Meditation, Yoga, Qigong, Sport oder auch die Arbeit in wohltätigen Organisationen oder Vereinen. Alles, wo wir helfen, dass andere Menschen sich besser fühlen.

Insgesamt sind positive zwischenmenschliche Beziehungen ein Hauptfaktor für ein nachhaltig glückliches Leben, wie es eine Langzeitstudie der Harvard-Universität zeigt, die jetzt über 85 Jahre läuft. (Hier erklärt Robert Waldinger, der derzeitige Leiter der Studie, die Ergebnisse in einem TED-Video.)

Robert Waldinger: What makes a good life?

Auch Dankbarkeit ist ein wichtiges Element, um mit dem Leben im Ganzen zufriedener zu sein. Um diese Faktoren zu lernen oder zu trainieren, gibt es eine Menge Tipps im Internet.

Glücksformel: Zufriedenheit mit den persönlich wichtigsten Lebensbereichen

Hier kommen wir meiner Meinung nach zu einem essenziellen Punkt. Wenn es nämlich eine große Diskrepanz gibt zwischen dem, was dir wichtig ist und dem, wie du deine augenblickliche Situation siehst oder empfindest, ist es logisch, dass man mit dem Leben im Ganzen nicht zufrieden sein kann.

Denn Glück ist nachgewiesen subjektiv und hängt mit der Diskrepanz zwischen deinen Erwartungen und der Realität ab. Einfaches Beispiel: wenn du einen Fiat geschenkt bekommst, aber einen Ferrari erwartet hattest, wirst du enttäuschst und nicht glücklich sein. Hattest du dir aber einen Fiat gewünscht, wirst du dich freuen und glücklich sein.

Das Gleiche gilt für deine Lebensbereiche. Wenn du dir in deinem Leben große Freiheit wünschst, in deinem realen Leben aber durch vielfache Obligationen und Verantwortungen eingeschränkt bist, sei es Arbeit, Familie, soziale Aktivitäten oder anderes, dann wird es dir schwerfallen, dich in diesem Lebensbereich zufrieden zu fühlen.

Das heißt, je mehr die ideale Vorstellung von deinen Lebensbereichen mit deinem wirklichen Leben übereinstimmt, desto zufriedener und glücklicher bist du. Und genau das kann man mit Transformation erreichen!

Indem man versucht, den Erwartungen, die man von seinen wichtigen Lebensbereichen hat, möglichst nahezukommen.

Aber welche Lebensbereiche sind das?

Zu diesem Thema gibt es einen, meiner Meinung nach, gelungenen Test von Norman Brenner auf seiner Seite „vernünftig Leben“. Er zählt in diesem Test folgende Lebensbereiche oder Zustände auf, die für das Leben generell wichtig sind: Freiheit, Spontanität, Leichtigkeit, Echtheit, Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, Gelassenheit, Spiritualität, Gesundheit, Ordnung, Sicherheit, Ruhe, Ernsthaftigkeit, Geborgenheit/Nähe, Gemeinschaft, soziales Ansehen, Anerkennung, Erleben, Genuss, Kreativität.

Warum kommt nicht Wohlstand oder Reichtum/Besitz darin vor? Weil Norman Brenner es in die Wünsche zerlegt, die dahinter liegen, z.B. soziales Ansehen oder Genuss oder Sicherheit.

Der Test ist kostenlos und registrierungsfrei, kann also ohne Verpflichtungen durchgeführt werden. Mann sollte sich dafür allerdings mindestens 10 Minuten, am besten mehr Zeit dafür nehmen. Dieser Test besteht aus zwei Teilen und ist sehr clever aufgebaut, denn man erkennt bei vielen Fragen, gerade im zweiten Teil, nicht direkt, auf welche oben genannten Faktoren er anspielt.

Der erste Teil des Tests erfragt deine Erwartungshaltung, d.h. welche Faktoren für dich in deinem Leben besonders wichtig sind. Der zweite Teil befragt dann deine aktuelle Situation und wie du dich dabei fühlst. Für jede Frage gibt es auch noch eine nähere Erklärung, falls dir ihre Bedeutung nicht immer ganz klar ist.

Als Ergebnis bekommst du dann eine Grafik sowie zu jedem Punkt eine Erläuterung, anfangend bei den Punkten mit der größten Abweichung, bis zu den Punkten mit kleineren Abweichungen. Bei meinem ersten Test am 12.11.21 kam dabei diese Grafik heraus, also ungefähr ein Jahr nachdem ich mit dem Blog angefangen hatte.

Kann man persönliche Transformation messen? Lebenszufriedenheitstest 2021

Wie du siehst, ist ein großer Teil der Fläche, wie ich leben will, nicht abgedeckt von dem Teil, wie ich mein Leben damals führte. Meine Abdeckung lag bei 73 % und das Fazit, dass es größere Widersprüche gibt, zwischen dem Leben, das ich führe und dem Leben, das ich mir wünsche.

Diese Grafiken können natürlich bei jedem vollkommen unterschiedlich aussehen, da dir in deinem Leben vielleicht andere Faktoren wichtige sind, als mir in meinem. Aber das Wichtige sind nicht die Faktoren an sich, sondern der Grad der Abdeckung.

Jetzt bin ich in jüngster Vergangenheit wieder über den Test gestolpert und habe ihn noch einmal gemacht. Dabei wurde ich dann positiv überrascht. Jetzt sah meine Grafik nämlich so aus:

Kann man persönliche Transformation messen? Lebenszufriedenheitstest 2023

Eine Abdeckung von 85 % mit dem Fazit:

Das Leben, das du führst, ist nicht weit entfernt von dem Leben, das du dir wünschst.

Also sieht es stark danach aus, dass die Dinge, die ich in meinem Leben verändert oder hinzugefügt habe, sich positiv auf meine Gesamtsituation ausgewirkt haben.

Es geht darum, dein Leben nach und nach, Schritt für Schritt, an deine Wünsche und Vorstellungen anzupassen. Willst du z.B. mehr Freiheit? Dann musst du deine Lebensumstände so anpassen, dass du dich aus festen, begrenzenden Strukturen löst, um dich freier zu fühlen. Das muss nicht bedeuten, dass du sofort deine Arbeit, deinen Partner oder das Land verlassen musst. Aber vielleicht gibt es die Möglichkeit, deine Arbeit anders zu gestalten. Ich zum Beispiel, arbeite jetzt nicht mehr für Sprachschulen mit ihren festgelegten Stunden- und Ferienzeiten, sondern arbeite nur noch autonom und meistens per Zoom von zu Hause. Dadurch habe ich wesentlich mehr Flexibilität erreicht und kann auch von anderen Orten oder anderen Ländern aus arbeiten.

Und dein Partner hat vielleicht auch an mehr Flexibilität Interesse oder man gibt sich gegenseitig mehr individuelle Freiheit.

So kann man sich dann Punkt für Punkt anschauen und Wege zur Verbesserung finden. Bei mir hat das regelmäßige Meditieren, meine Diät, meine Qigong-Aktivitäten, mein Lesen von spirituellen Büchern, mein Shift bei der Arbeit und auch das Fahrradfahren dazu beigetragen, meine Situation zu verändern. Aber auch meine musikalischen Aktivitäten und in letzter Zeit meine Begeisterung für das Tanzen tragen sicherlich dazu bei.

Es kann aber auch passieren, dass sich die Wünsche und Erwartungen ändern und sich dadurch mehr deiner aktuellen Situation anpassen. Zum Beispiel dadurch, dass durch deine persönliche Änderung andere Dinge, wie zum Beispiel Sicherheit nicht mehr so wichtig für dich sind. Bei mir ist das Thema Sicherheit ganz verschwunden, aber meine gefühlte Sicherheit hat sich erhöht.

Das Thema Echtheit, das bei mir noch eine große Diskrepanz darstellt, wurde in der Erläuterung auch von der Seite her beleuchtet, ob ich in diesem Bereich nicht „zu streng“ mit mir umgehe, das heißt, dass meine Erwartungen von Echtheit vielleicht über das „gesunde“ Maß an Echtheit hinausgehen, das man in unserer Gesellschaft erwarten kann. Wie zum Beispiel, ob eine Notlüge schon als großer Bruch von Echtheit empfunden wird. Und ich weiß, dass ich in diesem Bereich sehr empfindlich bin :-).

Man sieht also, dass sich mit diesem Test wirklich Veränderungen zeigen lassen. Natürlich ist auch dieser Test subjektiv und kann, je nach Verfassung, vielleicht eine Woche später schon wieder etwas anders ausfallen. Aber in größeren Abständen halte ich ihn schon für aussagekräftig.

Glücksformel:

+  Häufigkeit der angenehmen Gemütszustände

— Häufigkeit der unangenehmen Gemütszustände

Dieser Punkt wird wieder durch alles beeinflusst, was ich vorher beschrieben hatte, aber hier kommen auch direkte Einflüsse wie der Biorhythmus, das Wetter, Probleme oder sonstige alltägliche Begebenheiten hinzu, die nicht immer durch unsere (positive) Einstellung verändert werden können. Das Wetter ja – warum muss ein Regentag ein schlechter Tag sein? Probleme bei der Arbeit? Daran kann man wachsen. Aber der Tod eines Freundes oder Familienangehörigen ist dann zum Beispiel schon ein anderes Thema.

Aber auch hier sehen wir, dass wir mit unserer positiven Einstellung eine Menge verändern und so die gesamte Formel immer weiter Richtung Glück und Zufriedenheit bewegen können.

Das ist der Vorteil einer kontinuierlichen Transformation, auch wenn sie nur Schritt für Schritt passiert. Und meine Transformation ist noch lange nicht zu Ende.

Hilfe, wenn alles zusammenbricht

Wenn alles zusammenbricht. Wie kann jemand so einen Titel für ein Buch wählen, dass dir helfen soll? Ein Buch, das von den Lehren des Buddhismus handelt. So etwas kann, glaube ich, nur die jetzt 87jährige

Pema Chödrön

Pema Chödrön. Sie ist eine buddhistische Nonne, Meditationsmeisterin und Leiterin des Klosters Gampo Abbey in Kanada.


Bevor sie Nonne wurde, war Pema eine normale, weltliche Frau und Mutter. Und vielleicht macht das den Unterschied in ihren Texten aus. Man hat nicht das Gefühl, dass eine spirituelle, vom Leben losgelöste Person schreibt, sondern eine Person, die mit den gleichen Problemen und Sorgen belastet war, und teilweise noch ist, wie du und ich.

Und so kann sie auch gut über Abgründe und schwierige Zeiten schreiben. Die Kapitel haben Titel wie „Mit der Angst leben“ oder „Hoffnungslosigkeit und Tod“, aber auch „Alles lassen wie es ist“ und „Es ist nie zu spät“. Ihre Sprache ist sehr lebendig und direkt. Sie bringt oft Beispiele aus ihrem Leben oder erzählt von anderen Personen, die eine Rolle in ihrem Leben gespielt haben. Ihre Ratschläge sind mitunter von provokativer Direktheit und fordern dich auf, mit voller Neugier in das unerforschte Gebiet deiner Schwierigkeiten einzudringen. Und in jedem Kapitel schafft sie es, das scheinbar Negative, die schmerzlichen Erfahrungen, in positive Lernprozesse umzusetzen.

Hilfe in schwierigen Zeiten

Dieses Buch hat mir in der Pandemie wesentlich dabei geholfen, meine schweren Zeiten durchzustehen und aus ihnen sogar noch etwas Positives und Lebensveränderndes herauszuziehen. Man kann sagen, dass es zu etwas wie einem ständigen Begleiter geworden ist, der jetzt seinen festen Platz auf meinem Nachttischchen hat. Außerdem ist es ein Teil meiner Morgenroutine zumindest ein wenig in einem spirituellen Buch zu lesen.

Immer wieder passierte es mir, dass ich ein Kapitel anfing zu lesen und das Gefühl hatte, dass sie es für mich geschrieben hat, dass es haargenau zu der Situation passt, die mir gerade passiert ist oder in der ich gerade stecke. Es war und ist immer noch verblüffend. Denn das Gleiche ist mir auch in anderen Büchern von ihr passiert.

Maitri und Samsara

Die zentralen Themen in ihren Büchern sind „Maitri“, bedingungslose Selbstliebe und „Samsara“, der Kreislauf des Leidens, den es gilt aufzulösen. In der deutschen Ausgabe von Goldmann gibt es am Schluss des Buches noch ein kleines Glossar zu den buddhistischen Begriffen.

Es ist aber nicht nur ein Buch für Menschen, die sich für den Buddhismus interessieren. Es ist ein Ratgeber für Menschen, die an ihren Problemen wachsen wollen und auf diesem Weg erkennen können, dass Glück und Zufriedenheit zur wahren Natur des Menschen gehören.

Nimm dir die Zeit! Sie ist begrenzt

Gerade habe ich erfahren, dass die Frau eines Freundes von mir plötzlich verstorben ist. Sie war noch nicht alt. Ein Schlaganfall. Innerhalb von einer Woche ist sie vom Zustand des Lebens zum Zustand der Nichtexistenz gewechselt. Letzte Woche Montag kaufte sie noch Brötchen und jetzt ist sie einfach nicht mehr da, oder zumindest ihre leibliche Präsenz.

Es ist schockierend und unumkehrbar. Man wird nicht mehr mit ihr reden oder lachen können. Alle Worte, die man ihr noch hätte sagen wollen, bleiben jetzt ungesagt.

Manchmal kann man sich auf den Abschied vorbereiten. Aber manchmal passiert es ganz plötzlich. Und trotzdem zeigen dir  beide Versionen das Gleiche. Die unplanbare Endlichkeit des Lebens.

Wir haben also nicht unendlich Zeit! Können wir uns dann Zeit nehmen?

Fangen wir anders an. Was macht dich glücklich? Weißt du es? Welches sind die Momente, in denen du dich glücklich fühlst? Die meisten Momente, in denen du dich glücklich fühlst, sind die Momente, in denen du genau das tust, was du gerne tun möchtest. Momente, in denen du dich vielleicht deinem Hobby widmest, in denen du vielleicht mit deiner Familie; Freunden oder einem geliebten Menschen zusammen bist. In denen du meditierst. In denen du Musik machst. Und und und. Zeitlose Momente

Aber so widersprüchlich es klingt –  genau für diese Momente brauchst du Zeit. Also nimm sie dir. Denn das Leben ist unplanbar.  

Oder fragen wir andersherum: Was hindert dich daran, glücklich zu sein? Musst du arbeiten? Musst du dein Handy checken? Musst du dich um deine Familie kümmern? Musst du wirklich?

Die ewig alte Frage: was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass dies dein letzter Tag ist? 

Oder geben wir uns ein wenig mehr Zeit. Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass dies dein letzter Monat ist? Was würdest du sein lassen?

Ich denke, nur wenn man sich diese Frage stellt, weiß man, was man eigentlich nicht machen möchte. Mit welchen Tätigkeiten man die wertvolle Zeit seines Lebens verschwendet. 

Klar, manche Dinge kann man vielleicht nicht von heute auf morgen ändern. Aber vielleicht doch. Was brauchst du wirklich für dich? Kannst du deine Bedürfnisse vielleicht reduzieren und dann ganz andere Sachen machen als jetzt?

Und selbst wenn nicht. Du kannst definieren, was dir wichtig ist und planen, um dein Ziel nach und nach zu erreichen.

Aber du solltest jetzt damit anfangen

Ich zum Beispiel wollte mehr Flexibilität, damit ich auch mal spontan meine Zeit anders planen kann, um Dinge machen zu können, zu denen ich Lust habe. 

Und so habe ich meinen Vertrag bei der Sprachschule aufgelöst und arbeite jetzt nur noch selbstständig. So kann ich dann auch mal eine Woche oder zehn Tage während der Schulzeit verschwinden, da ich mit meinen Privatschülern flexibler umgehen kann.

Außerdem habe ich meine Hobbies, Musik und Qigong, auch zu einem Teil meines Einkommens gemacht. Wir machen Auftritte und die Qigong-Kurse, die ich bisher gratis gegeben habe, habe ich auf Spendenbasis umgestellt und es hat sich gelohnt. Zwar ist der Hauptteil meines Einkommens immer noch der Unterricht, aber es hat sich immerhin schon zu einem 80/20 entwickelt. 

Und ich würde gerne noch unabhängiger werden, denn ich möchte noch mehr Reisen und Erfahrungen in anderen Ländern machen. Aber dafür muss ich meine Unterrichte noch mehr reduzieren oder flexibler gestalten und mehr Einkünfte durch meine Hobbies generieren. 

Ich mache jetzt schon immer mehr Online-Unterrichte, und die kann ich von überall machen. Und ich denke auch darüber nach, wie ich die Einkünfte durch meine Hobbies immer mehr ausbauen kann.

Doch es gibt eine Sache, die man jederzeit machen kann: sich mehr Zeit nehmen

Mehr Zeit, um mit den Menschen, die man liebt, zu sein. Mehr Zeit, um sich ein Bild genau anzuschauen. Mehr Zeit, um sich hinzusetzen und die Natur zu genießen. Mehr Zeit, um den Moment intensiv zu erleben.

Und wie macht an das? Indem man sich auf den oder das andere konzentriert. Indem man volle Aufmerksamkeit oder Achtsamkeit schenkt.

Vielleicht das Handy stumm schaltet, vielleicht eine Verabredung weniger macht. Vielleicht indem man eine Serie weniger sieht. Oder indem man daran geht, die Sachen zu reduzieren, die man eigentlich nicht machen will.

Nimm dir die Zeit! Denn du weißt nicht, wie viel du hast.

New Healing Festival 2022 – Eine Reise zu dir selbst in einer Woche

Das New Healing Festival (www.newhealing.de) findet seit einigen Jahren am Preddöhler Stausee nähe Pritzwalk, genau zwischen Hamburg und Berlin, statt. Ich bin letztes Jahr darauf neugierig geworden, als zwei Freunde, die sich gegenseitig gar nicht kannten und die unabhängig voneinander auf diesem Festival waren, davon schwärmten, als wir zusammen auf unserer Terrasse saßen. Und so entschieden wir, meine Tochter und ich, dieses Jahr dem Festival einen Besuch abzustatten und begaben uns von Barcelona aus den weiten Weg mit dem Auto nach Preddöhl in Brandenburg.

Man könnte es als „neues Hippie Festival“ oder Goa-Festival bezeichnen, aber das wird ihm bei Weitem nicht gerecht. Andere sagen, es ist ein Erlebnis-Feriencamp für Jung und Alt. Das kommt dem Ganzen vielleicht schon näher, da es auf dem Festival Menschen unterschiedlichsten Alters gibt, viele Kinder, inklusive eines separaten Family Camps und eines Kids-Spaces.

Tipi-Town auf dem New Healing Festival 2022

Das Festival teilt sich grob in zwei Teile. Unter der Woche, von Montag bis Freitag, den Healing Days, ist es ein Pool von Veranstaltungen, Workshops, Meditationen, Musik, Jams, körperlichen Erfahrungen wie Schwitzhütten, Yoga, Contact-Dance etc. in einem wunderschönen, natürlichen Ambiente. Am Wochenende wird es dann zum Tanz-Event mit meist elektronischer Musik, mehreren Dancefloors und vielen DJs. 

Einen sehr schönen, ausführlichen Bericht über das Festival findet ihr hier .  

Ich gehe mehr auf meine persönlichen Erfahrungen ein, die ich jeweils auf eigenen Blogeinträgen beschreibe. Am ersten Tag begab ich mich zum Schwitzhüttenritual, um mich für das Festival zu reinigen und zu öffnen.

SCHWITZHÜTTENRITUAL – Tod und Wiedergeburt im Schoß der Mutter Erde

Das Schwitzhüttenritual basiert auf dem indianischen Ritual des Lakota-Stammes und versucht die Verbindung zwischen dir und der Natur zu vertiefen und zu festigen.

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Tag zwei nutzte ich, um mich in der Konferenz näher mit einigen Projekten zu beschäftigen, die an den ersten zwei Vormittagen vorgestellt wurden. Dabei fielen mir mehrere interessante Projekte auf, von denen ich im Folgenden berichte.

DIE SCHATZSUCHER – eine Begegnung mit dem Geist der Wahrheit

Beantwortet mir der Geist der Wahrheit eine zentrale Frage, die mich zur Zeit beschäftigt: „Wie gehe ich richtig mit meinem inneren Widerspruch um?“

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FLYING CARPET

Das Flying Carpet war ein neuer Bereich in diesem Jahr auf dem New Healing. Es ist ein Zusammenschluss von Coaches und Therapeuten aus dem „Integralen Netzwerk“, basierend auf Ken Wilber, sowie der Psychedelic Society Germany, die sich schwerpunktmäßig mit der Wirkung und sicheren Anwendung von psychedelischen Substanzen beschäftigt.

In verschiedenen Zelten und Carpets, Feuer, Erde, Wasser und Luft genannt, wurden über drei Tage eine Vielzahl von Vorträgen, geleiteten Meditationen und Workshops abgehalten. Das Ganze wurde dann noch durch ein „Magic Cacao“-Zelt ergänzt, in dem man hochwertige Kakao-Getränke genießen und chillen konnte. Außerdem gab es abends DJ-Abende mit eher ruhiger, chilliger Ambient und Elektronik-Musik.

Da das Flying Carpet auch noch ein wenig abseits, mitten im Wäldchen lag, war es der ideale Ort, um sich auf die Veranstaltungen zu konzentrieren oder einfach zu chillen und abzuhängen.

DÄMONEN FÜTTERN / Chöd

Horst Vogt – Leipzig

Chöd (Dämonen füttern) ist eine traditionelle Heilpraxis, die von einer weiblichen Yogini namens Machig Labdrön, aus dem Tibet des 11. Jahrhunderts stammt. Man bietet sein Ego den Dämonen zum Opfer dar.

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Meditation „WEITE UMARMUNGEN“

In der „Wider Embraces“ Meditation geht es darum, die Beteiligten mit sich, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt zu versöhnen und ihnen zu zeigen, dass wir ohne Wenn und Aber auf dieser Erde zu Hause sind.

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BALANCED PSYCHONAUTICS

Dieser für mich super interessante Workshop, basierte auf der von Dr. Timothy Leary, dem Drogenguru der Sechziger, aufgebauten Bewusstseinslandkarte der 8 Schaltkreise (8 circuit model of consciousness).

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DAS GONGZELT und KLANGHEILUNG

Ein schönes, offenes Zelt (Pavillon), war auch das Gongzelt, deren Programm hauptsächlich von Schülern des Gong-Lehrers Jens Zygar gestaltet wurde. Jens Zygar ist übrigens auch Mitorganisator des Festivals und war auch musikalisch mit einem spektakulärem Projekt auf der Hauptbühne.

Jens Zygar und Band auf New Healing Festival 2022

Im Gongzelt wurde eine Einführung in das Gongspiel angeboten – wesentlich komplexer als einfach draufhauen – sowie täglich eine einstündige Gongmeditation, bei der man sich auf den ausgelegten Teppichen hinlegen konnte und sich von den Vibrationen massieren lassen konnte. So dämmerte ich dort im Halbschlaf vor mich hin, und es war immer wieder schön bewusst zu werden und sich immer noch von diesen warmen, aber auch tiefergehenden Klängen eingehüllt zu fühlen.

Höhepunkt war dann die sechsstündige Gongnacht am Donnerstag, in der von 11 Uhr nachts bis fünf Uhr morgens durchgespielt wurde. Zu diesem Event hatten sich schon viele mit Schlafsäcken vorbereitet und ich hatte Glück, noch einen Platz in der Mitte zu bekommen. Es war ein einmaliges, die Sinne öffnendes Erlebnis.

KLANGHEILUNG nach Johannes Baehr

Klangheilung war sowieso ein präsentes Thema auf dem New Healing Festival. So gab es auch ein Klang-Tipi, in dem verschiedene Reisen und Meditationen mit verschiedenen Klangtypen und Instrumenten angeboten wurden.

Ich habe an dem Workshop von Spiritsoundart mit dem Monochord teilgenommen, ein Zither ähnliches Instrument, das mit zirka 25 Saiten bestückt ist, die alle im gleichen Ton gestimmt sind. Dieses Instrument wird dann auf ein Person gelegt und durch möglichst gleichmäßiges spielen der Saiten in Schwingung versetzt. Durch diese Schwingung soll eine heilende Therapie auf die „behandelte“ Person ausgeübt werden. Durch verschiedene Stimmungen auf verschiedenen Monochords sollen dann Blockaden gelöst und Energien zum Fliessen gebracht werden, ähnlich wie zum Beispiel beim Qigong, nur das hier die Person eine passive Rolle einnimmt.

Wir waren ca. 15 Teilnehmer und so war die jeweilige „Behandlung“ leider ziemlich kurz. Eigentlich sollte sie mindesten 7 Miinuten dauern, bis erste Reaktionen spürbar sind. Dafür durften wir aber auch die passive und aktive Rolle, des Bespielers, übernehmen. Nur die wenigen Minuten unter dem Monochord waren schon sehr entspannend.

GRAVITY TIPI und QIGONG

Das Gravity Tipi bot verschiedene tägliche Kurse an, von Yoga über Acro-Yoga (Acrobatic Yoga) bis zu einer Aktivität, die mir auch in der Konferenz auffiel, nämlich Contact Beyond Contact.

Contact Beyond Contact

Diese Tanzart, die auf Ideen der Contact-Improvisation wurzelt, wurde von Vangelis Legakis mit verschiedenen anderen Bewegungs- und Heilungsmethoden, wie Yoga, Qigong u.a. verwoben, um eine ganzheitliche Integration von Körper, Geist, Herz und Seele zu schaffen.

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HYPNO-QIGONG – Frank Eller

Frank praktiziert ein sehr freies, individuelles Qigong, das sich mehr an freiem körperlichem Ausdruck als an klassischem Qigong orientiert.

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Was noch zu erwähnen wäre

Es gab natürlich noch viele andere Erfahrungen, die zu nennen sind. Zuerst einmal die vielen interessanten und liebevollen Menschen, die ich kennengelernt habe und mit denen ich hoffentlich weiter Kontakt halten kann. Auch die Leute, die an den Theken, Servicezelten, im Ordner- oder Security-Bereich arbeiteten, waren allesamt super freundlich und hilfsbereit. Es war insgesamt eine sehr friedvolle und relaxte Atmosphäre. Sogar die Hunde, die überall herumliefen, waren friedvoll.

Der Preddöhler Stausee – fischreiches Wasser und viel Natur

Der Preddöhler Stausee und die Lotusblume – Wahrzeichen des New Healing Festivals

Die Natur und die Umgebung sind auch ein wichtiger Teil, der diesem Festival seinen Charakter gibt. Man hat immer die Möglichkeit, sich an einen der kleinen Seestrände zurückzuziehen, baden zu gehen, mit anderen Leuten dort Musik zu machen oder einfach nur auszuchillen. Das Seewasser ist sauber und anscheinend auch so fischreich, dass ich zweimal einem weißköpfigen Fischadler beim Jagen zuschauen konnte.

Lagerfeuer New Healing Festival
Lagerfeuer New Healing Festival

Lagerfeuer – das uralte Zentrum der Kommunikation

Dann die Lagerfeuer, die jede Nacht bis tief in die Nacht und manchmal bis zum nächsten Morgen brannten und umringt waren von Perkussionisten, Gitarristen, Sängern und Menschen, die teilnahmen, lauschten, tanzten. Die verschiedenen Bühnen, mit vielfachen unterschiedlichen Darbietungen und natürlich viel Musik. Freitagnacht habe ich praktisch bis in den frühen Morgen durchgetanzt. Den Market mit Shops für Kleidung, Schmuck, Essen, Nahrungsergänzungsmitteln, therapeutische Behandlungen und vieles mehr.

Einfallsreiche Dekoration, guter Sound und Vielfältigkeit

Zu erwähnen ist auch die liebevolle und einfallsreiche Dekoration, wie z.B. die Deckenleuchten, die entlang des Weges durch den Zauberwald hingen. Und auch die professionell gestalteten Hauptbühnen, der gute Sound und die eindrucksvollen Licht- und Feuereffekte.

Ach ja, und der Sauna-Bereich, mit einem zur Sauna umgebauten Wohnwagen, einem Wohnwagen mit Kaltwasserbecken, Duschen, der Chillout-Zone und den Massage-Zelten. Und noch vieles, vieles mehr.

Electronic Stage auf dem New Healing 2022

Ich kann dieses Festival allen, die sich selbst weiterentwickeln und neue Erfahrungen machen wollen, nur wärmstens empfehlen, und das unabhängig vom Alter. Wie ich es einmal auf einem Spielplatz in Russland gesehen habe, von 0 bis 99 Jahre. Und ich denke, darüber ist es auch kein Problem.

Contact Beyond Contact und Hypno-Qigong

Diese Tanzart, Contact beyond Contact, die auf dem New Healing Festival 2022 vom Gravity Tipi angeboten wurde, wurzelt auf Ideen der Contact-Improvisation. Diese wurde von Vangelis Legakis, dem Gründer von Unity Space, Hongkong, mit verschiedenen anderen Bewegungs- und Heilungsmethoden gemischt und zu einer neuen Tanz- und Heilungsmethode geformt. Darunter befinden sich Techniken wie Qigong, Yoga, Heilmethoden und Energiearbeit, Achtsamkeit und Führungskompetenz sowie die Philosophien des Buddhismus und des Taoismus. Diese Praktiken wurden miteinander verwoben, um eine ganzheitliche Integration von Körper, Geist, Herz und Seele zu schaffen.

Praktisch sah es so aus, dass Lenka Brandtnerova uns, immer liebevoll und mit einer super positiven Energie, durch den Kurs führte. Beim Contact-Dance geht es darum frei zu tanzen, aber dennoch immer mit mindestens einem Körperteil den Kontakt zum Partner zu behalten. Wir fingen erst an, uns mit einem Finger zu führen und nach und nach wurden die Übungen dann herausfordernder. Später dann auch mit mehr als einem Partner, bis sich zum Schluss des Kurses eine freie Improvisation mit allen Teilnehmern ergab.

Man lernt zu führen und sich führen zu lassen, man lernt auf den Partner einzugehen und möglichst sensibel zu fühlen, welches seine Intentionen sind. Gleichzeitig lernt man ein gutes Raumgefühl zu entwickeln, denn man muss sich auch permanent bewusst sein, was um einen herum passiert. Natürlich ist es auch eine intime oder innige Erfahrung. Das Führen und sich Führen lassen, sowie der direkte Körperkontakt in einer freien Tanzbewegung, setzt natürlich auch ein Vertrauen in den Partner voraus. Und das mit Menschen, die man vorher vielleicht noch nie gesehen hat. Für mich eine wunderschöne Erfahrung, die ich am nächsten Tag auch gleich wiederholte und auch beim zweiten Mal absolut begeistert war.

Hypno-Qigong

Dieses Qigong, das jeden Morgen früh direkt am See stattfand, hatte mit Hypnose direkt nichts zu tun, außer das Frank Ellert in Berlin eine Hypnose-Praxis besitzt. Aber der Name klingt natürlich gut.

Frank praktiziert ein sehr freies, individuelles Qigong, das sich mehr an freiem körperlichem Ausdruck als an klassischem Qigong orientiert. Es geht ihm sowohl darum, Konditionierungen sowie körperliche Blockaden zu lösen, was oft zusammenhängt. Das heißt, er arbeitet auch mit Stimme und Lauten, die bei den Übungen natürlich entstehen, wie Stöhnen, Seufzen oder Affengeräusche und es darf auch gerülpst werden, wenn sich die Gase lösen. Die teilnehmenden Personen sollen sich sowohl geistig als auch körperlich lockern und das betrifft auch gesellschaftlich auferlegte Blockaden.

So entsteht daraus ein therapeutisches Qigong, das als Lockerung für den Morgen genau das Richtige war. Danach ein Bad im See und man war perfekt für den Tag vorbereitet und energetisch aufgeladen.

Frank Ellert https://qi-hypnosia.com

Weite Umarmungen – Wider Embraces Meditation

Die Meditationsform „Weite Umarmungen“ (Wider embraces) wurde 2012 von der Schwedin Stina Deurell (www.wheelofwe.org) entwickelt und wird ständig gemeinsam weiterentwickelt. Sie hat nichts mit tantrischen oder körperlichen Umarmungen zu tun, sondern prinzipiell geht es darum, die Teilnehmer mit sich, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt zu versöhnen und ihnen zu zeigen, dass wir ohne Wenn und Aber auf dieser Erde zu Hause sind.

Stina arbeitet seit Langem in der schwedischen Umweltbewegung und kam zu einem Punkt, an dem sie den einen Teil der Menschheit, den der die Ressourcen der Erde nur zur eigenen Bereicherung oder zu Anhäufung von Macht benutzt, zutiefst verachtete. Irgendwann merkte sie dann, dass es ihr selbst inneren Unfrieden gab, sie innerlich zerriss.

So begab sie sich auf eine Weltreise und in Südafrika begegnete ihr der Satz „In an opressing society – the opressors are not free either“ (In einer unterdrückenden Gesellschaft sind auch die Unterdrücker nicht frei). Das änderte ihr Denken und stieß sie auf die Frage „Wer umarmt (wen)?“.

Die interaktive Meditationsmethode führt dich in sieben Stufen von der atomaren Ebene, auf der wir aus den gleichen Atomen zusammengesetzt sind wie alles Andere, was sich auf dieser Erde befindet, bis zur siebten, der Entfaltungsebene, in der du dich mit allen anderen Ebenen verbindest. Geschickt führt dich diese Methode zu einem Zusammengehörigkeitsgefühl mit allen Menschen und dieser Erde, denn prinzipiell sind wir alle aus den gleichen Materialien entstanden, und nicht nur das, die Atome, aus denen wir heute bestehen, haben vorher schon zu anderen Dingen oder Wesen gehört. Es ist eine andere, wissenschaftlichere Form zu verstehen, dass wir wirklich alle eins sind und als Menschen ein Teil dieser Erde sind. Und dass wir auch nur alle gemeinsam etwas ändern können und nicht dadurch, dass wir gegeneinander kämpfen.

Da es für mich auch durchaus ein Problem darstellt, Menschen zu lieben, die anderen Menschen und dem Planeten eindeutig schaden, ist dies, nach der Metta-Meditation, eine Technik, die mir weitere Hilfsmittel zur Verfügung stellt, mich zu versöhnen.

Hanna Hündorf, die diese Meditation auf dem New Healing Festival 2022 leitete, ist eine tibetanische Buddhistin und eine enge Freundin von Stina Deurell: Sie hat das Konzept der „Wider embraces“ jetzt auf Deutsch übersetzt. Auch sie bietet Meditationen online an.

www.hannahuendorf.de

Balanced Psychonautics – die 8 Schaltkreise nach Dr. Timothy Leary

Der Workshop von Mariana Pinzón auf dem New Healing Festival 2022 basierte auf der von Dr. Timothy Leary, dem Drogenguru der Sechziger, aufgebauten Bewusstseinslandkarte der 8 Schaltkreise (8 circuit model of consciousness), das später von Robert Anton Wilson und Antero Alli weiterentwickelt wurde. Man könnte auch von 8 Bewusstseinsstufen sprechen.

Ich hatte kurz die Beschreibung dieses Seminars auf dem New Healing Festival 2022 gelesen und fand es nicht uninteressant. Da ich aber das Gefühl hatte, dass es hauptsächlich darum ging einen „Bad Trip“ abzufangen oder zu vermeiden, fand ich es zu eingeschränkt. Allerdings fand der Workshop direkt im offenen Nachbar-Zelt statt, und so hörte ich rein und wurde nach kurzer Zeit von den interessanten Inhalten gefangen genommen.

Dieses Bewusstseinsmodell der acht Schaltkreise erklärt, wie das Bewusstsein multidimensional ist und auf acht unterschiedlichen, miteinander verbundenen Ebenen funktioniert, die die acht Schaltkreise der bewussten Wahrnehmung bilden. Jeder Schaltkreis ist mit bestimmten Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmalen verbunden. Außerdem kann man sagen, dass es praktisch 4 Schaltkreise für das irdische und 4 Schaltkreise für das kosmische Bewusstsein gibt.

So bestimmt der erste Schaltkreis das Körperbewusstsein, der zweite das Soziologische, der dritte das Rationale und der vierte das kulturelle Bewusstsein. Diese stehen in direktem Zusammenhang mit den 4 kosmischen Bewusstseinsebenen. Der 5. ist der Neurosomatische Schaltkreis, in dem es um erste Erfahrungen geht, die über unser normales Raum-Zeitempfinden hinausgehen. Der 6. ist der metaprogrammierende Schaltkreis, der die Inspiration steuert, aber auch den Menschen für die Telepathie befähigt. Nummer 7 ist der neurogenetische Schaltkreis und erlaubt Zugriff auf die genetischen Speicherfunktionen der DNA sowie Zugang zum kollektiven Unbewussten (C.G. Jung). Und der 8. ist der neuroatomare Schaltkreis, der Zugang zum intergalaktischen, universalen Bewusstsein gibt.

Alle diese kosmischen Schaltkreise können durch bestimmte Yoga-Übungen, extreme persönliche Erfahrungen oder psychoaktive Substanzen wie LSD, Psilocybin, DMT oder ähnliches herbeigeführt werden.
Allerdings ist klar, dass die Verwendung dieser Drogen auch Gefahren bergen und so zu einem Ungleichgewicht der 8 Schaltkreise führen kann, welches dann wiederum zu Psychosen oder anderen psychischen Problemen führt.
In diesem Workshop ging es darum, sich dieser Schaltkreise, anhand spielerischer Übungen, bewusst zu werden und Werkzeuge zu erlangen, die in einem Krisenfall eingesetzt werden können.

Zwei Beispiele: Schaltkreis 2, erste soziale Konzepte. Im Modell der 8 Schaltkreise nach Timothy Leary, geht man davon aus, dass viele unserer ersten erlernten sozialen Konzepte auf der Basis des Affengehirns bestehen. Also sollten wir uns in diesem praktischen Spiel, musikbegleitet, in das Bewusstsein des Affen zurückversetzen, in Runde 1, indem wir alle auf dem Boden wie Affen herumhüpften und uns gegenseitig „beschnupperten“. Runde zwei war dann eine interessante Herausforderung (die Musik von King Louis aus dem Dschungelbuch). Wir sollten wahllos durch die Gegend gehen und uns, beim Stoppen der Musik, dem nächstgelegenen Partner gegenüberstellen, ihm in die Augen sehen und uns fragen: „Würdest du diesen Affen im Kampf besiegen?“

Das war bis zu einem gewissen Grad schockierend, denn wir sollten uns nicht mit dem Gutmenschen in uns beschäftigen – „Könnte er/sie dein Freund sein?“- sondern mit dem Tier in uns, dem es um Überlebenskampf und Rangordnung geht. Und damit nicht genug. Wenn wir das Gefühl hatten, dass wir dem anderen unterlegen wären, sollten wir ihm/ihr, wie bei den Affen, unseren Nacken zeigen, also eine Unterwürfigkeitsgeste zelebrieren. Das war wirklich intensiv. Die Kursleiterin bemerkte ironisch, dass es in diesem Kreis anscheinend nur Alpha-Affen gäbe.

Schaltkreis fünf, eine intuitive Verbindung mit dem Kosmos, übten wir, indem, nach einer kurzen Meditation, sich einer von uns in den Kreis stellte, und um Hilfe für ein Problem bat und die restlichen Mitglieder des Kreises spontan, ohne nachzudenken, also intuitiv antworten sollten. Auch das war eine interessante Herausforderung. Ohne zu denken reden. 🙂 Und es kamen auch kuriose Antworten dabei heraus. Eine Antwort auf mein „körperliches“ Problem war „im Regen tanzen“, was ich dann in dieser Nacht, dank Regen, auch gemacht habe. Ich weiß nicht, ob es mir bei meinem Problem geholfen hat, aber es war auf jeden Fall schön und befreiend.

Mariana Pinzón https://chaosurfing.rocks

Dämonen füttern – biete dein Ego als Opfer dar

Für mich war das „Dämonen füttern“ auf dem New Healing Festival 2022 eine überraschende, beeindruckende und nachhaltige Erfahrung, auf die ich eigentlich nur wegen ihres sonderbaren Namens gestoßen war.

Chöd (Dämonen füttern) ist eine traditionelle Heilpraxis, die von einer weiblichen Yogini namens Machig Labdrön, aus dem Tibet des 11. Jahrhunderts stammt. Sie ist eine buddhistische Praxis aus dem Tantrayanabuddhismus, mit manchen Komponenten des Schamanismus, aus der Böntradition in Tibet, die schon vor der Ankunft des Buddhismus in Tibet existierte und auf das 10. Jahrhundert zurückdatiert wird.

Aus dieser alten tibetischen Praxis ist die Methode „Den Dämonen Nahrung geben“ von Tsültrim Allione entwickelt worden.

Bei dieser Technik, die relativ einfach und ohne großen Zeitaufwand durchgeführt werden kann, geht es darum seinen Dämonen eine Form und ein Wesen zu geben. Die „Dämonen“ sind dabei unsere eigenen Ängste, Probleme, Zwiespälte oder Unsicherheiten, die wir oft versuchen, zu verdrängen, die uns dann aber tagtägliche Probleme bereiten.

Nachdem wir unserem Dämonen, einem konkreten Problem, eine Gestalt gegeben haben, versuchen wir in einer Art meditativen Zustand, mit ihm in Verbindung zu treten, zu kommunizieren. Dabei ist der Trick dieser Technik, dass wir mit dem Dämonen die Rolle tauschen, uns also in den Dämonen hineinversetzen, um zu verstehen, was er eigentlich von uns will, warum er existiert und welche Nahrung er braucht, um befriedigt zu werden bzw. zu verschwinden.

Um diesen Trick noch zu unterstützen, tauscht man während der Meditation auch den Platz. Man setzt sich also auf den Platz des Dämons, der einem gegenübersitzt.

Ich habe es mit dieser Technik erstaunlich leicht geschafft, mich in ein konkretes (körperliches) Problem hineinzufühlen und mit dem Dämonen einen Tauschhandel zu machen.

Direkt nach der Meditation habe ich mich so gut wie möglich an den Tauschhandel (eine Kaffee-Diät) gehalten und seitdem das körperliche Problem wesentlich reduziert. Der Dämon hat mir im Gegenzug versprochen, immer an meiner Seite zu bleiben und mich mit voller Energie zu unterstützen. Er hatte sich aus dem dämonischen Monster in einen Wolf verwandelt.

Natürlich hatte ich mir schon vorher gedacht, das Kaffee für mein körperliches Problem nicht gerade hilfreich ist, aber da ich Kaffee liebe, war es mir unmöglich meinen Konsum wirklich zu reduzieren. Nachdem ich aber selbst in meinem Dämon gesteckt hatte und sein Leid gefühlt habe, war es für mich auf einmal recht einfach den Konsum radikal einzuschränken und Kaffee auch nicht mehr als Wachmacher zu benutzen.

Zu diesem Thema kannst du auch diverse Beiträge auf YouTube finden. Einfach „Dämonen füttern“ als Suchbegriff eingeben.

Die Schatzsucher – eine Begegnung mit dem Geist der Wahrheit

Die Ersten, an denen ich auf dem New Healing Festival 2022 hängen blieb, waren die Schatzsucher. Hauptsächlich deswegen, weil ihr Vortragender eine Person mit einer sehr positiven und gleichzeitig schelmischen Ausstrahlung war, ein wenig wie ein Harlekin, auch von seiner Kleidung her. Er sprach von den Schatzsuchern und dass sie allen dabei helfen wollen, ihren persönlichen Schatz, die persönliche Bestimmung, zu finden.

Also stattete ich ihrem Stand einen Besuch ab. Dort begrüßte mich Samuel, der Sprecher, ein Mensch dessen Lachen und Freude einfach ansteckend ist.

Er lud mich zu einem ca. 25-minütigen Schatzsuchergespräch ein, das ich dann mit Jenny, einer der Schatzsucher/innen führte.

Diese fragte mich nach einer zentralen Frage, die mich zurzeit beschäftigt und wir einigten uns auf „Wie gehe ich richtig mit meinem inneren Widerspruch um?“ Danach wurden Karten gezogen, wie im Tarot. Eine für meine Vergangenheit, eine für meine Gegenwart und eine für meine Zukunft. Zusätzlich noch zwei „Bestimmungskarten“, die von ihr später, sozusagen als Antwort gezogen wurden. Hier seht ihr das Ergebnis.

Schatzsucher-Karten
Meine Schatzsucher-Karten

Von links unten nach rechts.
Vergangenheit: Skepsis, aber auch offenes Schauen zurück.
Gegenwart: Das Unbekannte liegt hinter den Schildern, aber die Schilder versuchen auch zu definieren, was dahinter liegt. Lass ich mich von den Schildern leiten oder suche ich meine eigene Antwort. Zukunft: Strukturiert, klare harmonische Formen, ein Kind auf einer Wendeltreppe, die in den Garten, in die Natur führt. Schön.

Jetzt gab es eine Meditation und ich musste mir den Geist der Wahrheit vorstellen, der kommt, um mir ein Geschenk zu bringen. Also musste ich mir zuerst einen Ort denken, was mir nicht schwerfiel, denn ein wunderschöner Ort, an dem ich mich sehr gerne aufhalte, liegt nur ca. 500 m von meiner Wohnung entfernt direkt am Strand. Dann sollte ich mir den Geist der Wahrheit vorstellen, eine Person. Wie sähe sie aus? Kurioserweise hatte sie erstaunliche Ähnlichkeit mit Samuel :-). Nun brachte mir der Geist der Wahrheit ein Geschenk. Es war eine kleine Geschenkbox und in dieser Geschenkbox war eine leuchtende Kristallkugel. Jetzt sollte ich den Geist der Wahrheit fragen, was dieses Geschenk bedeutet und er antwortete mir, dass es sich um mein inneres Licht handelte. Und auf die Frage, was ich damit machen sollte, sagte er mir, dass ich meinem inneren Licht folgen soll.

Dann sollte ich ihn fragen, was ich für ihn bin und er antwortete mit: Du bist der Klang! Und die letzte Frage an ihn war dann: Was bin ich für dich? Und die Antwort war: Ein Teil des Ganzen!

Und nun schauen wir uns die Karten an, die Jenny für mich gezogen hat: ein Jüngling oder junge Frau, die auf einer Harfe für die Engel spielt (na ja, meistens spiele ich Gitarre oder Bass ;-)) und zwei sich umfassende Arme, die Himmel und Erde verbinden. Ach ja, und das Gesicht Christi nicht zu vergessen.

Und dann erzählte mir Jenny mit leuchtenden Augen von ihrer Vision, die sie von Jesus Christus hatte.

Alles Zufall? Alles Bestimmung?

Es war ein wirklich schönes Gespräch und die Schatzsucher sind offene, freundliche und strahlende Menschen. Hätte ich das Christentum mit diesen Menschen kennengelernt, wäre vielleicht alles anders gewesen. So war für mich die Fokussierung auf eine Person, auf einen Geist der Wahrheit und letztendlich auf einen Gott etwas zu einfach für mich. Was ist mit den anderen Glaubensrichtungen? Haben die nicht den Geist der Wahrheit entdeckt? Das Fixieren auf Eins macht uns oft blind für das Andere.

Schwitzhüttenritual – Tod und Wiedergeburt im Schoß der Mutter Erde

Auf dem New Healing Festival 2022

Für mich begann die persönliche Reise am ersten Tag mit einem Schwitzhüttenritual. (Während die meisten Aktivitäten gratis sind, gibt es auch kostenpflichtige Aktivitäten, so wie diese, die ich im Infozelt buchte.)

Das Schwitzhüttenritual basiert auf dem indianischen Ritual des Lakota-Stammes und versucht, die Verbindung zwischen dir und der Natur zu vertiefen und zu festigen. Die Schwitzhütte stellt dabei den Schoß der Mutter Erde dar, in dem du stirbst und wiedergeboren wirst.

Dank den Elementen und den Vorfahren

Schwitzhüttenritual - am Lagerfeuer
Schwitzhüttenritual

Zunächst wird ein Feuer entfacht, in dem die Steine für die Erwärmung der Schwitzhütte aufgeheizt werden. Die Steine benötigen ca. 90 Minuten, bis sie glühend rot sind. In dieser Zeit saßen wir mit ca. 25 Leuten ums Feuer, sangen spirituelle Lieder und der Leiter der Zeremonie vollführte einige Rituale, um den Elementen zu danken. Das Feuer symbolisiert die Sonne. Zwischen dem Feuer und der Schwitzhütte befindet sich der Altar, welcher den Mond symbolisiert. Die Steine vertreten die Großväter, der Pfad zwischen dem Feuer und der Schwitzhütte, die Großmütter.

Danach betraten alle, die meisten ganz nackt, im Uhrzeigersinn die Schwitzhütte, wobei Betreten nicht das richtige Wort ist, denn man muss in die Schwitzhütte kriechen, nachdem man sich erst vor seinen Ahnen, also Mutter Erde verneigt hat. Da mein Platz leider vorher von Ameisen besetzt war, war der erste Kontakt sehr schmerzhaft. Man sollte also doch lieber ein Handtuch mit in die Schwitzhütte nehmen.

Wie stellt man sich der Extrem-Situation?

Der Ablauf bestand aus vier Gängen, wobei jeweils neue, glühende Steine (Großväter) ins Zelt gebracht werden, das ansonsten dunkel und komplett verschlossen ist und nur leicht von den glühenden Steinen erhellt wird. Wir saßen mehr oder weniger wie die Sardinen in zwei Reihen ums Feuer. Während die Hütte durch die Steine auf eine, selbst für geübte Saunagänger, fast unerträgliche Temperatur aufgeheizt wurde, erklangen weiter Gesänge, an die man sich in seinem Leid gut festhalten konnte.

Zwischen den Gängen wurde die Zelttür geöffnet und es kam etwas frische Luft ins Zelt. Eigentlich sollte man die Hütte während der ganzen Zeit nicht verlassen, aber nach dem zweiten Gang verließen einige das Zelt und kehrten auch nicht mehr zurück. Für mich war das Ende des zweiten Ganges auch nahezu unerträglich und auch ich war kurz davor abzubrechen. Nachdem ich dann aber in der Pause das Zelt verließ und mich kalt abduschte, hatte ich wieder den Mut in den Schoß von Mutter Erde zurückzukehren. Und danach ging es auch besser.

Eine positive und reinigende Erfahrung

Für mich war es, trotz der sehr extremen Situation, eine bisher einmalige und insgesamt positive und reinigende Erfahrung, die ich auch wiederholen würde. Gefühlt kann ich sagen, dass ich im zweiten Gang wirklich gestorben bin und im dritten und vierten langsam wiedergeboren wurde, bis wir, nach dem letzten Gang, schließlich noch ein erfrischendes Bad im See nahmen und das Ritual mit einem gemeinsamen Sitzen um das erlöschende Feuer abgeschlossen wurde.

Genau die richtige Erfahrung, um gereinigt an dieses einzigartige Festival heranzutreten. Am nächsten Tag hatte ich eine Haut wie Seide 🙂

Titelfoto: Rainer Wiest

Vipassana Meditation – kann man Buddha körperlich erleben?

Vipassana Meditation – kann man Buddha körperlich erleben? Aber die Frage wäre eigentlich mehr – kann man die Lehren Buddhas, den Dhamma oder Dharma, körperlich erleben?

In den letzten zwei Wochen habe ich einen 10-tägigen Vipassana Kurs in einem Meditationszentrum in der Nähe von Barcelona, nahe dem Naturpark Montseny gemacht, um genau zu sein, in Santa Maria de Palautordera. Die Vipassana-Methode ist eine Meditation, die von S.N. Goenka weltweit bekannt gemacht wurde und unter dem Dach des Vipassana Research Institutes gelehrt wird. Für diese aus Burma (jetzt Myanmar) stammende Methode gibt es aktuell weltweit Kurse in 255 Meditationszentren über alle Kontinente verteilt.

Die Vipassana Meditation basiert auf der reinen Lehre Buddhas und ist mit keiner religiösen Richtung verbunden.

Dies ist die Interpretation von S.N. Goenka, der die Lehren Buddhas als neutral und nicht religionsgebunden sah. Daher sind die Zentren praktisch die ersten, nicht religiösen „Klöster“, in denen man, unabhängig jeder Religion oder Weltanschauung, mehrtägige oder mehrwöchige Meditationskurse abhalten kann, vollkommen abgeschlossen von der Außenwelt.

Und das umsonst! Denn die Kurse kosten kein Geld. Nach Absolvierung eines mindestens 10-tägigen Kurses darf man spenden, vorher nicht. Also, auch wenn man den 10-tägigen Kurs vorher abbricht, darf man nicht spenden. Nachher kann jeder so viel geben, wie er möchte und seinen finanziellen Fähigkeiten entsprechend. Aber es ist kein Muss.

Und was bekommt man gratis?

Zuerst natürlich einmal den Kurs für das Erlernen der Vipassana Meditationstechnik. Aber auch Kost und Logis. Die Unterbringung ist einfach und die Verköstigung rein vegetarisch, aber zumindest im Zentrum Dhamma Neru, in der Nähe von Barcelona, in dem ich gewesen bin, war das Essen sehr frisch und schmackhaft. Die Unterbringung in diesem Zentrum ist zurzeit nur in Gemeinschaftsräumen, getrennt nach Geschlecht, möglich. In manchen anderen Zentren gibt es aber auch Einzel-Unterbringung.

Was in allen Zentren gleich ist, ist die strikte Trennung nach Geschlechtern. Nur bei der Meditation selbst meditiert man gemeinsam.

Was ist also das Besondere an der Vipassana Meditation?

 Vipassana ist eine Methode, in der man lernt seine ganze Konzentration auf den eigenen Körper zu zentrieren, nicht nur auf die Atmung, wie bei vielen anderen Meditationen. Laut S.N. Goenka soll dies eine Methode sein, die Buddha selbst benutzt hat, die also über 2500 Jahre alt ist und aus Indien stammt und über den Umweg nach Burma (Myanmar) überlebt hat.

Die Theorie, die dahintersteckt ist, dass sich jedes Trauma (Sankharas) und alles Leid, das wir in unserem Leben erfahren, auch auf einer körperlichen Ebene manifestiert und auf subatomarer Ebene energetische Knoten in unserem körperlichen Energiefluss herstellt. Durch diese Knoten werden dann auch körperliche Leiden oder Beschwerden produziert. Während der totalen Konzentration auf den eigenen Körper, durch die mehrstündige Meditation, fängt man an die Energieflüsse, die durch den Körper gehen, körperlich zu spüren. Es fühlt sich an wie ein Pulsieren oder ein elektrischer Strom. Und man fängt auch an zu spüren, an welchen Stellen Blockaden bestehen, da man merkt, dass dort die Energie nicht fließt. Durch das ständige Wiederholen, das fortwährende „scannen“ seines Körpers, kann man es letztendlich erreichen, dass Blockaden aufgelöst werden.

Und damit sollen letztendlich auch die Traumas und das Leid, das man dort abgespeichert hatte, aufgelöst werden. Also ist es gleichzeitig sozusagen eine Psychotherapie auf körperlicher Ebene.

Kann die Vipassana Meditation körperliche Beschwerden heilen?

Ich denke ja. S.N. Goenka selbst hat durch diese Meditation seine schwere Migräne heilen können, die so stark war, dass er sie nur noch unter Morphium ertragen konnte. Ich selbst habe während dieses Kurses eine Blockade in meinem Unterbauch auflösen können, die ich schon seit Ewigkeiten mit mir herumgetragen habe. Dies war ein sehr intensives und überraschendes Erlebnis.

Und was hat das jetzt mit Buddha zu tun? Anicca – alles ändert sich

Laut den Lehrern dieser Methode soll man eines der Grundprinzipien Buddhas körperlich erfahren, nämlich „Anicca“ (sprich Anitscha), das Pali-Wort für „alles ändert sich“.

Buddha lehrte, dass das ganze Leben und das ganze Universum, einer fortwährenden Änderung unterzogen ist, und dass das Leid der Menschen dadurch begründet ist, dass sie immer versuchen, sich an bestimmten, meist positiven Umständen festzuhalten, sich aber auch an negativen Umständen, etwa Trauer oder Enttäuschung, festhalten. Dadurch entsteht das menschliche Leid.

Durch die Meditation soll man nun am eigenen Körper spüren, dass sich auch der Zustand des Körpers in einem ständigen Wandel befindet und dadurch Gleichmut erlangen. Man lernt sich nicht an gegenwärtigen Umständen festzuhalten, sondern den ständigen Wandel zu akzeptieren. Man hat zum Beispiel während der Meditation Schmerzen, aber man kann lernen, sich nicht auf die Schmerzen zu konzentrieren, die sich dann auch meistens wieder von selbst auflösen. Genauso kann es mit stärkeren Blockaden funktionieren, wie ich und auch einige andere Teilnehmer des Kurses, selbst erlebt haben.

Eine Folgenreiche Erfahrung

Der 10-tägige Kurs ist nicht einfach, denn es bedeutet wirklich eine große Kraftanstrengung und Disziplin über 10 Stunden am Tag zu meditieren. Aber es ist möglich, wenn es einen grundsätzlich interessiert. Rein körperlich ist es auch für ältere Menschen machbar. Ich habe etwa einen großen Teil der Zeit sitzend auf einem Stuhl meditiert.

Und ich muss sagen, dass es für mich definitiv ein davor und danach gibt. Es ist kein Wunder geschehen, aber ich habe einen ersten Schritt in der Auflösung starker Blockaden gemacht. Auch für mein Leben haben sich einige Dinge geklärt. Außerdem finde ich, dass die Vipassana Meditation eine ideale Ergänzung meines Qigong ist, da es auch letztendlich eine Arbeit mit den Energien des Körpers ist. Ich kann daher diese Erfahrung von Herzen empfehlen.

Was ist ein außergewöhnliches Leben?

Was ist ein außergewöhnliches Leben? Gestern Mittag habe ich Fieber bekommen und mich grippig gefühlt. Ein Schnelltest war negativ. Außer Fieber und Kopfschmerzen hatte ich auch keine richtigen Symptome. Jetzt bin ich isoliert in meinem Zimmer und lese hauptsächlich. Endlich mal wieder ein gutes Buch „Das größere Wunder“ von Thomas Glavinic. Wirklich mitreißend geschrieben. Ein Buch, das unter die Haut bis in den Kopf geht. Weil es um das Verständnis der Welt geht. Und die Hinterfragung der Wirklichkeit. Ich glaube, dies sind die einzigen Bücher, die es sich lohnt zu lesen. Bücher, die etwas über das Leben erzählen. Wie mein Lesezeichen mit einem Spruch von Hermann Hesse mich immer erinnert: „Bücher haben nur einen Wert, wenn sie zum Leben führen und ihm hilfreich sind.“

Jetzt ging es gerade über das Monster Angst: „Wichtig ist im Leben, dass man den Mut hat, ein neues Leben zu führen, eines, das noch niemand zuvor gelebt hat. Die meisten Leute sind feige und beschränken sich darauf eines zu leben, dass es schon vorher gegeben hat.“

Außerdem hatte ich ein kurzes Gespräch mit meiner Tochter. Sie meinte, dass die Familie nicht dasselbe wäre, wenn ich nicht da wäre. Darauf meinte ich, dass ich deswegen auch noch auf dieser Welt bleiben möchte. Und sie entgegnete, dass ich nur für mich selbst auf dieser Welt bleiben sollte. Nicht für jemand anderen. Ich sei nicht verpflichtet für jemand anderen hierzubleiben.

Die Frage ist, ob man wirklich so egoistisch denken soll. Lässt sich ein außergewöhnliches Leben, eines, dass noch keiner gelebt hat, leben, wenn man auf der anderen Seite die anderen nicht alleine lassen will, den anderen helfen will?

Aber es nützt wahrscheinlich nichts in einem Leben gefangen zu bleiben, in dem man eigentlich den anderen helfen will, sich aber selbst nicht wohl oder sogar depressiv fühlt.  

Und welches Leben will ich leben? Ich glaube ein direktes. Eines, in dem man ständig mit etwas Neuem konfrontiert wird und darauf reagieren muss. Ein lebendiges Leben.

Aber wie lebt man so ein Leben? Indem man sich an immer neue Orte begibt und immer neue Räusche erfährt oder indem man in der kleinsten Kleinigkeit etwas Neues und Einzigartiges entdeckt, da es in diesem Moment neu und einzigartig ist. Denn in diesem Moment hat es das noch nie gegeben und es wird auch nie mehr so sein. Das Lächeln deines Nachbarn, der Sonnenstrahl oder Regentropfen, der dich trifft, die Isolation, in der du dich befindest, weil du vielleicht Covid hast oder auch nicht. Das Leid, deine Einsamkeit, deine Freude, deine Faszination. Alles ist einzigartig, da es nur in diesem Moment passiert. 

Also bleibt die Frage offen. Erlebst du so ein außergewöhnliches Leben, indem du außergewöhnliche Dinge tust oder indem du außergewöhnlich tief empfindest? So als ob du ständig auf LSD oder Psilocybin wärest. Täglich meditieren, täglich deine Achtsamkeit und Empathie trainieren. Was ist der Weg? Gibt es einen Richtigen oder einen Falschen? Ist es eine Kombination der Beiden?

Ich denke, es sollte der Weg sein, auf dem du dich innerlich richtig fühlst, egal ob du gerade glücklich oder traurig bist, egal ob du euphorisiert bist oder dich langweilst. 

Die Frage ist, ob du dich, unabhängig von allen Gefühlszuständen, trotzdem auf dem richtigen Weg fühlen kannst?  

Also, was ist dein außergewöhnliches Leben?

Stagnation oder Bewegung im Schneckentempo?

Stagnation oder Bewegung im Schneckentempo? Ich habe seit längerer Zeit keinen neuen Artikel geschrieben, weil ich nicht wusste, worüber ich schreiben soll. Eigentlich weiß ich es immer noch nicht. Aber es ist keine Schreibblockade in dem Sinne, sondern das frustrierende Gefühl von Stagnation.

Ich habe seit längerer Zeit das Gefühl, dass ich meinen Zielen nicht näher komme. Aber was waren meine Ziele und worauf basiert mein Gefühl?

Ziel 1 war mit Schreiben Geld zu verdienen.

Daher habe ich auch dieses Blog angefangen. Ich habe nicht mit diesem Blog angefangen, um der Menschheit neue Erkenntnisse zu bringen, sondern weil ich dachte, dass ich Geld verdienen kann, indem ich der Menschheit Lebenserfahrungen übermittele und gleichzeitig ein bisschen Mut mache, sich neue Ziele zu setzen und zu erreichen, unabhängig vom Alter.

Eine schöne Idee. Aber was passiert, wenn man bei alledem ins Zweifeln gerät. Natürlich auch, weil nicht direkt tausende in dein Blog schauen. Aber hauptsächlich, weil ich selbst den Glauben in mein Projekt verloren habe. Was war das Projekt?

Ziel 2 war mit dem Fahrrad eine Reise nach Afrika zu machen.

Und die Realisierung dieser Reise hing auch mit dem Ziel 1 zusammen. Denn über so einen Event kann man natürlich spannend schreiben und Content generieren. Aber aus familiären Gründen ist dieses Projekt zurzeit nicht machbar, es sei denn ich ziehe es ganz egoistisch durch, egal was mit meiner Familie passiert. Und das ist nicht so meine Art.

Also, was habe ich gemacht?

Ich habe angefangen mich auf meine Weiterentwicklung zu konzentrieren.

Und das ist auch toll, aber hängt nicht direkt mit Ziel 1 oder 2 zusammen. Trotzdem denke ich, dass ich es akzeptieren muss. Außerdem ist es das Beste, was ich jetzt mit dieser Situation anfangen kann. Wenn ich schon nicht fort kann, nutze ich die Zeit, um mich persönlich weiterzuentwickeln.

Also habe ich eine Qigong-Ausbildung an einer Schule in Barcelona angefangen (Instituto Qigong Barcelona) und außerdem habe ich mit meiner eigenen Qigong-Gruppe am Strand angefangen. Beides erfüllt mich mit Freude und macht mir Spaß. Bei der Ausbildung kann ich tiefer in die Materie einsteigen und ich habe jemanden, der mir auch ein Feedback gibt.

Mit meiner eigenen Gruppe, die ich am Strand von Vilanova mache, bin ich sehr zufrieden. Ich habe es geschafft in sehr kurzer Zeit eine recht stabile Gruppe von 10 bis 15 Teilnehmern zu bilden. Klar, die Teilnahme ist kostenlos und ich konnte die Teilnehmer der Gruppe meines Lehrers Antonio ansprechen, die aus über 100 Mitgliedern besteht. Das vereinfacht die Sache natürlich.

Und jetzt, nach circa 6 Wochen, sehe ich auch, dass die Gruppe recht stabil ist und die Teilnehmer regelmäßig wiederkommen, weil es ihnen Spaß macht. Viele haben mir schon gesagt, wie sehr sie es schätzen, wie ich die Klasse gestalte. Meine Klassen sind sehr ruhig, mit vielen Atempausen und der Konzentration auf den eigenen Körper und die Atmung. Außerdem erkläre ich die Übungen, kontrolliere und erkläre die Zusammenhänge zwischen Qigong und chinesischer Medizin und Philosophie. Das gefällt den Teilnehmern sehr, denn die anderen Gruppen, die umsonst an verschiedenen Plätzen stattfinden, bieten keine Erklärungen oder Korrekturen.

Also kann man in meiner Situation nicht wirklich von Stagnation sprechen.

Trotzdem wache ich meistens morgens mit einem eher frustrierten Gefühl auf. Und das zeigt mir, dass grundsätzliche Dinge noch geändert werden müssen.

Mit meiner Arbeit an mir selbst – Meditation, Atemübungen, Qigong – erreiche ich normalerweise, dass sich innerhalb von ein oder zwei Stunden meine Stimmung ändert und meist sogar ins Gegenteil wandelt, sodass ich meistens schon am Vormittag wieder sehr zufrieden bin mit dem Hier und Jetzt. Denn eigentlich kann ich mich über meine jetzige Situation auch nicht wirklich beklagen.

Ich habe viel Zeit, um die Dinge zu machen, die ich machen will und die mir Spaß machen – meditieren, Qigong, Sport, am Strand sein, Musik machen. Ich bin relativ gesund, bis auf meine Magenprobleme. Wir haben genug Geld um alle unsere Kosten zu decken, auch wenn es auf Kosten der Ersparnisse geht. Und meine Familie befindet sich zur Zeit in einer stabilen Situation.

Daher ist die einzige Konsequenz, die ich zur Zeit aus meiner Situation ziehen kann, weiterzumachen.

Denn ich glaube felsenfest daran, dass Veränderungen, auch wenn sie nicht direkt mit meinen ursprünglichen Zielen zusammenhängen, eine Veränderung meines emotionalen, physischen und auch materiellen Zustandes zur Folge haben.

Lassen wir uns überraschen!

P.S: Es ist jetzt der 29.06.23, also eineinhalb Jahre nach diesem Blogpost. Ich habe im Mai dieses Jahres meinen zweijährigen Qigong-Kurs in Barcelona abgeschlossen und mein Diplom in der Tasche. Meinen Qigong-Kurs am Strand, den ich jetzt dreimal die Woche gebe, habe ich auf Spenden umgestellt und erziele damit monatlich eine dreistellige Summe. Außerdem habe ich im Mai auch meinen ersten Qigong-Retreat organisiert, an dem 15 Leute teilgenommen haben und der allen ausgezeichnet gefallen hat. Man kann also sagen, dass ich die richtige Strategie angewendet habe, um aus der Stagnation herauszufinden, auch wenn einem die Änderungen manchmal sehr oder zu langsam erscheinen. Wie ich immer wieder sage – Schritt für Schritt. Und sogar weitergehen, wenn man manchmal vor Nebel den Weg nicht sieht.

Selbstmotivation – Schritt für Schritt aus dem Nebel

Selbstmotivation – Schritt für Schritt aus dem Nebel – aber wie? Ich bin in einer Phase, in der ich wieder an allem zweifele. Und es fällt mir immer noch sehr schwer, diese Phasen einfach zu akzeptieren, als Phasen, die genauso dazu gehören, genauso wie die Phasen, in denen du hoch motiviert bist.

Es sind die Phasen, in denen du versuchen musst wieder auf den Grund zu kommen. Du musst wieder festen Boden unter den Füßen bekommen und merken, dass da eine solide Basis ist.
Du musst wieder anfangen, die Schönheit jedes Tages und jedes Moments zu erkennen. Und seine Unwiederbringlichkeit.
Du musst wieder anfangen innerlich zu lächeln, obwohl du dich in diesem Moment gar nicht so fühlst.
Du musst deinen Weg weitergehen, obwohl ein Nebel dir gerade die Sicht versperrt. Aber innerlich weißt du ja, in welche Richtung es weitergeht. Manchmal braucht es auch wieder Anstöße von Außen, so wie es mir passiert ist.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben?

Ich hatte meinen Plan mit der Afrika-Reise auf unbestimmte Zeit verschoben, da es durch familiäre Probleme unmöglich war die Reise, wie geplant, im Herbst durchzuführen.
Und ich bekam immer schlechtere Laune. Bis ich merkte, dass ich schon anfing anderen „die Schuld“ für das Versagen meines Planes in die Schuhe zu schieben, was meine Laune natürlich nicht verbesserte, sondern mich zum Opfer machte.

In diesem Moment habe ich bei einer Party eine außergewöhnliche Frau kennengelernt. Erst fiel sie mir nur auf, weil sie sehr eigene und unangepasste Ideen hatte. Sie erzählte, dass sie, wenn sie pensioniert würde, sich einen Camper kaufen wollte und alle ihre „stabilen“ Zelte, Wohnung etc. aufgeben wollte und nur noch mit dem Camper reisen will. Heute hier, morgen dort. So wie im Film Nomadland, den ich gerade gesehen hatte.
Ich dachte, dass sie vielleicht keine großen finanziellen Mittel hat und sich deshalb auf so ein Lowcost-Rentnerleben einstellen will. Das war es aber nicht. Sie wird als Beamtin eine gute Rente haben.

Umgebungen, die guttun

Dann erzählte sie, da jemand anderes anfing von den psychologischen Problemen seines Sohnes zu reden und wie schwer es ist, damit umzugehen, von ihren eigenen Erfahrungen mit ihrem Sohn. Er hatte auch erhebliche Probleme in der Kindheit und wurde mit Psychopharmaka behandelt. Das machte sie so lange mit, bis sie merkte, dass sie selbst eigentlich gar keine Probleme mit ihrem Sohn hatte, sondern nur in den Momenten, wo sie versuchte ihren Sohn der Gesellschaft anzupassen. In diesem Moment machte sie eine Kehrtwendung, kämpfte dafür, dass die Medikamente abgesetzt wurden und suchte nach Umgebungen, die für ihren Sohn geeignet waren und ihm guttaten. Und die Symptome ihres Sohnes verbesserten sich erheblich.
Mit dieser Geschichte hatte sie nun endgültig meine Aufmerksamkeit erreicht.

Entscheidungen, die wehtun können

Sie war eine absolute Vertreterin der Meinung, das nur du selbst für deine Situation verantwortlich bist und keiner sonst. Und dass es immer eine Möglichkeit gibt, die Situation zu verändern, wenn es sein muss. Manchmal können das natürlich radikale Entscheidungen sein, Entscheidungen die wehtun, dir selbst, aber vielleicht auch anderen. Aber alles ist besser als eine Situation, in der man unglücklich ist, zu ertragen und einfach weiterlaufen zu lassen.
Und damit führte sie mir eigentlich nur wieder vor Augen, was ich selbst denke, aber durch die Situation, in der ich mich befand, vergessen hatte. Ich hatte den familiären Problemen die Kontrolle über mich gegeben.
Sie zog mir wirklich den Schleier vor den Augen weg und mir wurde klar, dass ich den Plan nicht einfach auf unbefristete Zeit liegen lassen kann. Ich musste einen neuen Plan fassen, einen neuen Zeitpunkt festlegen. Selbst falls dieser Zeitpunkt auch wieder verschoben werden muss.

Neue Ziele, neue Herausforderungen

Aber jetzt gibt einen neuen Zielpunkt, Frühjahr 2022, und es gibt noch viel für die Reise zu klären und zu erforschen. Mit welchem Fahrrad fahre ich? Mountainbike oder lieber doch E-Bike? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Aber ich muss es entscheiden, da ich mir ein Modell aussuchen muss, das dann für die Reise zurechtgemacht werden muss.
Welche Strecke will ich genau fahren? Durch das Inland von Spanien, was mich eigentlich mehr interessiert, aber auch anstrengender sein wird, oder den Euro-Velo 8, der immer an der Küste entlang geht. Und in Marokko? Der interessantere, aber auch wesentlich anstrengendere Weg nach Marrakesch geht über den Atlas. Mit Mountainbike und ich sag mal 30 Kg Gepäck?

Es gibt also noch viel zu tun und zu recherchieren. Und da ich mir einen neuen Zielpunkt gesetzt habe, muss ich mich auch allmählich darum kümmern.

Also, trotz der Zweifel – geh deinen Weg, Schritt für Schritt!

»Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt«

Gotthold Ephraim Lessing

Disziplin oder Unmenschlichkeit? Wieviel Disziplin ist „menschlich“?

Disziplin oder Unmenschlichkeit? Will ich überhaupt diszipliniert sein? Auf der einen Seite schon, denn ich würde gerne die Sachen erreichen, die meinen wahren Wünschen und Träumen entsprechen.

Will ich immer diszipliniert sein?

Eigentlich nicht, denn es kommt mir so unmenschlich vor. Der Mensch besteht doch auch aus seiner Inkonsequenz, oder? Das ist menschlich.
Menschlich sind doch nicht diese Übermenschen, die alles realisieren, was sie sich vorgenommen haben und das eisenhart durchziehen. Ich finde sie sogar meistens unsympathisch.

Aber nehmen wir z.B. einmal das Thema Alkohol trinken oder Fleisch essen.

Alkohol – ich würde gerne immer einen Tag mit und mindestens einen Tag ohne Alkohol machen, aber das schaffe ich bisher nicht. Es gibt immer irgendwelche Ausnahmen und dann trinke ich doch wieder fast täglich, weil es ja doch nicht so wichtig ist und ich ja auch nicht „so viel“ trinke. Außerdem bringt einen Trinken ja auch so angenehm locker drauf. Ich verwässere also meine eigenen Ideen und werde dadurch inkohärent.

Oder Fleisch essen – ich esse gerne Fleisch, weil es mir ausgezeichnet schmeckt. Allerdings bin ich ganz klar gegen Massentierhaltung und die ökologischen, klimatischen und sozialen Katastrophen, die damit zusammenhängen. Rund 1/3 der weltweiten Agrarflächen werden zur Futtermittelherstellung verwendet, während es auf der anderen Seite 800 Millionen hungernde Menschen auf der Welt gibt. Außerdem ist die Massentierhaltung einer der großen Faktoren beim Klimawandel.

Mir gefällt auch der Gedanke nicht, dass ein Tier für mich sterben muss, damit ich es essen kann. Denn, wenn ich das Tier persönlich kennen würde, würde ich es bestimmt nicht töten, um es essen zu können. Dazu habe ich zu viel Respekt vor dem Leben. Das gilt bei mir übrigens komischerweise nicht für Fisch – außer Kraken.

Aber meine Familie isst genau so gerne Fleisch wie ich und will eigentlich auch nicht darauf verzichten. Darum kaufen wir in letzter Zeit hauptsächlich biologisches Fleisch, wo zumindest der erste Aspekt (Massentierhaltung) schon einmal beseitigt ist.

Wäre es hier nicht auch konsequent und diszipliniert zu sagen – mir ist es egal, ob ihr weiter Fleisch essen wollt. Ich will es nicht mehr.

Wäre diese Konsequenz jetzt gut oder würde es mich zu unmenschlich machen?

Oder würde es mich besser machen? Dasselbe kann man sagen über frühes Aufstehen, frühes ins Bett gehen, weniger fernsehen, weniger Süßes essen etc. etc.

Im Buch „The Miracle Morning“, das ich gerade lese, steht:

„Jedes Mal, wenn du den leichten Weg nimmst, anstatt das Richtige zu tun, formst du deine Persönlichkeit und du wirst die Person, die lieber den leichten Weg nimmt und nicht den Richtigen. Auf der anderen Seite, wenn du entscheidest den richtigen Weg zu nehmen und damit deinen eigenen Ideen und Einsichten zu folgen – besonders in dem Moment, in dem du dich nicht danach fühlst – entwickelst du damit die außerordentliche Disziplin, die notwendig ist, um außerordentliche Dinge in deinem Leben zu kreieren.“

The Miracle Morning – Hal Elrod


Klingt logisch. Wäre toll. Aber klingt das nicht ein wenig unmenschlich? Oder ist das nur eine blöde Entschuldigung um nicht konsequent sein zu müssen.

Hal Elrod schreibt außerdem, dass dies den Unterschied macht zwischen einem mittelmäßigen und einem außerordentlichen Leben.

Starker Tobak, nicht? Also, Disziplin oder Menschlichkeit? Oder ist es kein Widerspruch?

P.S.: Dies hier soll keine Werbung für das Buch von Hal Elrod sein. Es ist ein typischer Ratgeber, der dir erzählt wie du mit dieser Methode dein Leben komplett ändern und glücklich und reich werden kannst. Wie viele Ratgeber enthält er nichtsdestotrotz einige Weisheiten und funktionierende Konzepte. Darüber kann sich bei Interesse jeder selbst seine Meinung bilden.

Was denkst du gerade? Denkst du an Geld?

„Was denkst du gerade?“, fragt dich Facebook in der spanischen Sprachversion. Eigentlich weiß ich gar nicht so recht was ich gerade denke. Ich sitze auf einem wunderschönen Platz in Sant Pere de Ribes, der ein wenig wirkt wie ein Dorfplatz in einem spanisch geprägten Städtchen in Südamerika, vielleicht Kuba. Die Sonne scheint, der warme Wind streichelt über meine Haut, auch unter meinem Hemd, dessen Stoff noch leichter und transparenter als ein dünner Baumwollstoff ist. Es ist ein Hemd, das ich in Vietnam gekauft habe und dessen Stoff sich dort „Bambu“ nennt, wahrscheinlich eine Mischung aus Seide und Baumwolle.

Rechts vor mir stehen die Tische eines Cafés unter Palmen und an einem Tisch sitzt ein älterer Señor mit einem Panamahut und Sonnenbrille, der das Bild der südamerikanischen Enklave verstärkt.

Es ist absolut friedlich, Fußgängerzone, man hört keine Autos, nur Kinderschreien, Vogelgezwitscher, das Plätschern eines großen weißen Brunnens auf dem Platz und Menschen, die sich im Café unterhalten.

Ich esse als Frühstück Studentenfutter, nachdem ich im Café einen leckeren Café con leche getrunken und ein Buch gelesen habe. Ich esse meine fünfte Para-Nuss, von denen man eigentlich nur zwei pro Tag essen sollte, da sie viel Selen enthalten und radioaktiv sein können.

Also, was soll ich denken? Das ich im Hier und Jetzt angekommen bin?

Ich habe heute Morgen meinen Tinnitus sehr laut gehört, sogar im Schlaf, kann ich mich erinnern. Ich habe gedacht: Tinnitus = Stress. Und woher sollte mein Stress kommen? Daher, dass ich meine Arbeit gekündigt habe, weil ich meine Zeit besser und flexibler nutzen will, aber keine Ahnung habe, womit ich in Zukunft Geld verdienen soll? Na ja, eigentlich habe ich schon Pläne, Musik machen, auch Straßenmusik, Schreiben und Songs schreiben. Meine Qigong-Ausbildung machen und später auch Qigong-Kurse geben. Viele Sachen. Und vielleicht werden sich noch andere ergeben. Aber wird das reichen? Ist das der Stress, der hinter meinem Tinnitus steckt?

Es ist nicht leicht diese existenziellen Sorgen abzulegen. Wie auch? Wir wurden jahrtausendelang darauf programmiert. Schon als Jäger und Sammler mussten wir uns wahrscheinlich ständig darum kümmern, wo wir die nächste Nahrung herbekamen. Aber jetzt leben wir in anderen Verhältnissen. Zumindest hier in Europa. Wir haben gewisse Absicherungssysteme, die uns vor einem Hungertod beschützen können.

Trotzdem, man will doch nicht nur etwas zu essen haben, sondern anständig leben.

Ein angenehmes Dach über dem Kopf, sich ein paar Sachen leisten können (wie in meinem Fall zum Beispiel Segeln), vielleicht eine Reise dann und wann. Alles Dinge für die man Geld braucht.

Ich kann auch keine Antwort darauf geben, habe mich aber innerlich entschieden trotzdem so zu handeln, wie ich es gedacht habe. Und dieses Denken kommt nicht aus dem „Tageshirn“, das von allen täglichen Ereignissen in die eine oder andere Richtung gescheucht wird. Diese Idee zu handeln fußt auf einem langfristigen Denken, einem Denken, das mich auch gegen meinen „täglichen“ Willen auf den Pfad schickt, den es für richtig hält. Auch wenn es nicht „vernünftig“ klingt. Ich muss nur die Disziplin entwickeln Schritt für Schritt weiter auf diesem Pfad zu gehen und mich überraschen zu lassen, was dabei herauskommt. Denn ich bin – zumindest heute – sehr zuversichtlich, dass dabei etwas Gutes herauskommen wird.

Und auf diese Art und Weise kommt man dem Hier und Jetzt viel näher, weil man sich keine Gedanken mehr über die Zukunft machen muss.

Und dieser Pfad funktioniert auch besonders gut an den Tagen, an denen ich nicht davon überzeugt bin. Denn ich habe jetzt einfach eine Wegrichtung vorgegeben und ich zwinge mich auch dazu die Weichen zu stellen, sodass mein Zug auch nur in die gewollte Richtung rollen kann. Selbst, wenn es der Abgrund sein sollte. Aber denk mal realistisch. Welcher Abgrund sollte das schon sein? Auf der Straße verhungern? Wohl kaum.

Es sind dieselben Ängste, die mich auch von meiner 3-Tage-Tour abhalten wollten. Ängste vor dem Unbekannten. Die Ängste vor dem Verlassen der Komfortzone. Ängste vor dem Verlust der Absicherung.

Deshalb muss man einfach immer weitergehen, nicht laufen, Schritt für Schritt. Die Veränderung ist Schritt für Schritt leichter zu assimilieren.

Zen, the Secret, NLP…? Welcher Weg ist der Richtige für mich?

Welcher Weg ist der richtige für mich? Im Netz gibt es hunderte von Ratgebern über ein glückliches und erfülltes Leben und wie du deinen Weg dazu findest. Aber hattest du nicht auch immer das Gefühl, das die Einzigen, die von diesen Ratgebern reich und glücklich werden, diejenigen Leute sind, die den Ratgeber geschrieben haben?

Also, welches ist der richtige Weg für dich?

In meinem Fall habe ich das Gefühl, das ich immer die Wege von anderen gegangen bin. Schon früh habe ich angefangen Musik zu spielen und dann wollte ich immer Musiker werden. Aber ich habe nicht angefangen Musik zu spielen, weil ich es wollte, sondern weil meine Eltern es wollten.

Musik gefällt mir sehr, ich kann mir ein Leben ohne Musik nicht vorstellen. Aber war das „mein“ Weg?

Ich bin auch nicht professioneller Musiker geworden, weil ich es nie geschafft habe mich täglich 4-5 Stunden hinzusetzen und mein Instrument zu üben oder mich mit Kompositionstechnik zu beschäftigen. Und ich hielt es immer für Faulheit, aber im Nachhinein weiß ich, dass es fehlende Motivation war, denn ich kann hart arbeiten. Aber es war nicht mein Weg.

Anstatt Musiker zu werden, habe ich dann in einem Musikvertrieb gearbeitet und bin Kaufmann geworden. Danach bin ich selbstständiger Unternehmer geworden und habe u.a. eine digitale Musikfirma gegründet. Aber wollte ich wirklich Unternehmer werden? Ich glaube, ich wollte meinem Vater zeigen, dass ich so erfolgreich werden konnte wie er und dabei sogar noch das Risiko der Selbstständigkeit eingehen, was er nie gemacht hatte. Ich wollte also meinen Vater sogar übertrumpfen. War das „mein“ Weg?

Ich habe das Gefühl: Ich bin immer die Wege von anderen gegangen.

Also, wie findet man denn seinen eigenen Weg? Gibt es dafür einen Ratgeber?

Ich denke, es gibt 10 Ratgeber, oder 100 Ratgeber, oder 1000 Ratgeber. Denn Alles Wissen über ein glückliches und erfülltes Leben gibt es schon seit Sokrates oder früher. Alles wurde schon gesagt. Share on X Und fast alle Ratgeber sind nur auf die eine oder andere Art und Weise neu konfektioniert worden. Wir wissen eigentlich schon alles.

Wichtig ist, meiner Meinung nach, welcher von den Ratgebern dich anspricht, welcher bei dir auf fruchtbaren Boden fällt. Welche Worte und Texte animieren dich und bewegen dein Inneres? Das sind die Texte, denen du mehr Zeit widmen solltest, die du auf dich wirken lassen solltest. Und dann wirst du sehen, ob sie für dich funktionieren und mehr bewegen oder nicht. (Siehe auch den Artikel: Das  sind doch alles nur Binsenweisheiten)

Dein Interesse, deine Motivation ist die innere Stimme, die dich leiten kann. Und keiner kann dir deinen individuellen „richtigen“ Weg zeigen, denn jeder Weg ist anders.

Aber du kannst Tipps annehmen, du kannst Techniken verwenden, die dich ansprechen. Und ausprobieren, ob sie für dich funktionieren. Allein schon das Interesse, dich für deinen Weg zu interessieren ist der richtige Anfang. Die Suche ist der Weg.

Und deswegen empfehle ich auch:

Folge nicht einem Lehrer. Folge 10 Lehrern. Oder mehr, wenn du willst. Share on X

Jeder gute Lehrer/Ratgeber kann dir etwas zeigen, auch wenn es vielleicht nur eine einzige Sache ist. Einer motiviert dich vielleicht zur Morgenroutine, weil er die richtigen Worte für dich gefunden hat. Einer motiviert dich zur Meditation oder gesunder Ernährung. Ein anderer motiviert dich Sport zu treiben oder Empathie zu trainieren. Es gibt so viele Möglichkeiten seinen Weg zu begehen und zu lernen seiner inneren Stimme zuzuhören.

Im Endeffekt kann dir sogar jeder Mensch oder jede Situation etwas zeigen.

Z. B. meine letzte Situation, aus der ich etwas Wichtiges gelernt habe. Vielleicht nicht besonders philosophisch, aber praktisch. Es ist mir auf meiner letzten Radtour passiert. Ich wollte an einer Stelle, kurz vor einer nicht einsehbaren Kurve, auf die andere Seite wechseln, um dort ein Foto zu machen. Also blieb ich stehen und lauschte ob ein Auto oder Motorrad kam. Und ich hörte nichts. Also kreuzte ich schnell die Strasse. In diesem Moment kam ein ganzer Trupp von Rennradfahrern mit hoher Geschwindigkeit durch die Kurve gefahren. Hätte ich die ganze Aktion also 5 Sekunden später gemacht, hätte es wahrscheinlich eine Massenkarambolage gegeben. Ich hatte sie einfach nicht gehört. Und ich hatte auch nicht daran gedacht, und das obwohl ich selbst Fahrrad fahre. Das wird mir bestimmt nicht wieder passieren.

Aber es können auch viel belanglosere alltägliche Dinge sein, die dir etwas zeigen und dich leiten wollen.

Wie z.B. die Ratschläge und Sinnsprüche meiner Oma – etwa dieser hier: „Was du nicht willst, was dir man tut, das füg auch keinem andern zu.“ Dieser Spruch beinhaltet die Grundregel fast aller Religionen.

So kannst du aus vielen Texten und Gelegenheiten, die „richtigen“ Wahrheiten für dich finden, die dir helfen deinen Weg zu finden und dir auf deinem Weg zu nützen. Aber das Wichtigste: Höre auf dich selbst!

Und noch ein interessanter Aspekt, auf den ich letztens bei meinen Recherchen gestoßen bin. Du solltest reflektieren, was du dir unter einem glücklichen Leben vorstellst und wie du derzeit lebst. Je mehr es miteinander übereinstimmt, desto näher bist du am persönlichen Glück. Hierzu ein interessanter (Schnell-)Test auf dieser Seite.
Schnell? 10 Minuten musst du schon investieren und um die Auswertung zu lesen brauchst du auch noch ein bisschen Zeit.

Aber diese Zeit sollte man schon übrig haben, wenn man nach dem richtigen Weg fragt.

Tipps fürs jung bleiben – oder – wie alt fühlst du dich?

Tipps fürs jung bleiben: nicht mehr in den Spiegel schauen! 😉
Ich möchte nicht mehr in den Spiegel schauen, um nicht zu sehen, wie alt ich bin. Denn wenn ich die Augen schließe und fühle, wie alt ich bin, fühle ich mich viel jünger. Und dieses Alter, dass ich fühle, wenn ich die Augen schließe, empfinde ich als mein authentisches Alter. Und ich muss sagen, dass ich mich irgendwo zwischen 16 und 27 fühle. Manchmal mehr, manchmal weniger. Es kommt auch auf die Situation an.

Aber was ganz klar ist, ist das ich mich nicht altersentsprechend verhalten kann, denn ich fühle mich nicht entsprechend dem Alter, das in meinem Pass steht. Und das empfinde ich als ganz großen Vorteil.

Die Welt mit Kinderaugen sehen

Mit Kindern kann ich spielen wie ein Kind. Ich kann mich mit Ihnen für kleine Dinge begeistern und versuche die Welt durch ihre Augen zu betrachten, die Welt mit Kinderaugen zu sehen. Deswegen macht es mir wahrscheinlich auch so einen Spaß kleine Kinder zu unterrichten.

Wenn ich die Augen schließe, fühle ich keinen 60-jährigen Mann mit Knieproblemen und anderen Wehwehchen. Ich fühle einen Menschen, der Energie hat und noch vieles erleben möchte.

Am meisten Probleme habe ich mit Menschen, die sich erwachsen und vernünftig verhalten, zumindest deren Verhalten ich so interpretiere. Das sind Menschen, die sich an die Regeln und Verhaltenskodexe halten, die immer korrekte Kleidung tragen und bei denen man das Gefühl hat, dass man sie auch durch Roboter austauschen könnte.

Zum Glück kenne ich solche Menschen nicht mehr, da ich mich nicht mehr in Umgebungen aufhalte, in denen ich mich nicht wohlfühle. Und meine Freunde sind auch nicht so, denn sonst wären es nicht meine Freunde. Ich liebe mit Menschen zu sein, die ihr Leben kreativ leben, die schon lange dem „normalen“ Arbeitsleben „adios“ gesagt haben oder die zumindest auch in ihrem normalen Alltag versuchen Dinge zu realisieren, die über den üblichen Alltag hinaus gehen.

Das ist die Art von Leben, wie sie mir gefällt und ich glaube es ist auch die Art Leben, die dich innerlich jung hält.

Tipp für ein Jungfühl-Training:

In letzter Zeit führe ich ein neues High Intensity Training durch. Ich nehme mir einen sehr rhythmischen Song, drehe ihn auf volle Lautstärke (5-6 Minuten tagsüber werden die Nachbarn noch aushalten) und tanze dazu wie ein Verrückter. Ich lasse meinen Bewegungen chaotisch freien Lauf. Es gibt also keine koordinierten Tanzbewegungen, sondern ich lasse meinen Körper sich bewegen, wie er gerade Lust hat, inklusive Schreie oder komische Laute. Kopf schütteln, Backen schütteln, Lippen schnauben, Arme schlenkern, hüpfen, alles was mir oder meinem Körper gerade so einfällt. Nach 5 oder 6 Minuten ist man vollkommen ausgepowert, fühlt sich sehr locker und überhaupt nicht erwachsen.

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Existenzangst – werden wir alle sterben?

Pandemie, Weltwirtschaftskrise, Klimawandel – werden wir alle sterben? Die Antwort ist einfach – ja! Denn bisher sind alle Menschen, die vor uns gelebt haben, gestorben. Also werden wir es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch tun. Aber obwohl wir das wissen, kann uns die Existenzangst packen.

Ich habe gerade eine sehr realistische und beängstigende Science Fiction Kurzgeschichte von Paolo Bacigalupi gelesen, „Yellow Cards“. In ihr wird auf sehr eindringliche Art und Weise das Leben von einem chinesischen Flüchtling, noch dazu ein alter Mann, in Thailand in einer Welt nach einer großen Krise beschrieben. Und wie dieser Mann ums Überleben kämpft, wie er gegen den Hunger kämpft, wie er sich wie tausende von anderen Flüchtlingen unmenschliche Schlafplätze sucht und wie seine Moral verkommt, einfach, weil er überleben will. Und dieser Mann war früher ein reicher, angesehener Chinese, der aber bei der Flucht aus Malaysia alles verloren hat. Nicht nur seine Reichtümer, sondern auch seine Familie.

Und das hat, zusammen mit den ganzen YouTube Anzeigen, die es zurzeit zum Thema Weltwirtschaftskrise gibt, bei mir eine Existenzangst ausgelöst, wie ich sie schon lange nicht mehr hatte. Was, wenn das alles eintrifft? Wenn wir jetzt durch diese Pandemie wirklich in eine weltweite, für unsere Generation nie gesehene Wirtschaftskrise abrutschen. Wie lange kann ein Staat so viele Arbeitslose wie jetzt finanzieren?

Was passiert, wenn der Status, den wir jetzt haben, nicht mehr weiter finanzierbar ist? Welche Sicherheiten haben wir selbst? Die Rente? Ein paar Rücklagen?

Und gehen wir dann mal davon aus, dass der Staat pleitegeht, dass es gar keine Renten mehr geben wird. Was dann?

Das klingt vielleicht ein bisschen apokalyptisch aber so ein Zustand kann ja wirklich eintreten. Weltwirtschaftskrisen hat es auch schon vorher gegeben. Sollen wir jetzt alle zu Preppern werden? (Prepper sind Leute, die sich auf einen Ausnahmezustand/Weltuntergang vorbereiten)

Oder sollten wir analysieren, woher diese Angst kommt? Existenzangst. Die Angst nicht zu überleben. Todesangst?

Todesangst ist wohl die elementarste Angst, die in jedem von uns steckt, die uns sozusagen genetisch angeboren ist. Und natürlich hat sie einen Grund. Der Grundantrieb eines jeden Lebewesens – das Überleben.

Hat diese Angst jetzt einen Grund, jetzt, in diesem Augenblick? Nein! Es gibt nichts Lebensbedrohliches um dich herum, sonst würdest du nicht in Ruhe diesen Text lesen.

Existenzangst ist die, von der Zukunft aus, projizierte Angst auf dein Jetzt. Die Angst vor einem möglichen Leiden oder Tod in der Zukunft. Eine Angst, die dich vom Leben im Jetzt abhält, weil sie dich lähmt und deine Aufmerksamkeit und alle deine Sinne vom Jetzt ablenkt.

Oder hörst du die Vögel zwitschern, wenn du an diese apokalyptische Zukunft denkst? Fühlst du die Wärme deines Körpers? Nimmst du deine Umwelt gerade wahr?

Aber ist so eine apokalyptische Vision nicht realistisch? Ja, ich denke, dass sie möglich ist. Aber egal, ob sie realistisch ist oder nicht: Der Tod ist sehr realistisch. Und woran uns diese Angst erinnert ist nur die Angst vor dem Tod, die Angst vor unserer eigenen Vergänglichkeit. Und diese Angst ist sehr stark und sitzt sehr tief.

Doch der Tod ist eine Tatsache und er kann dich überall ereilen, nicht erst in zehn Jahren oder nicht mal erst in einem Jahr, sondern Morgen. Wir haben keine totale Kontrolle über unser Leben. Ein blöder Autounfall, jemand, der eine rote Ampel überfährt, ein Arbeitsunfall, ein Flugzeug, das abstürzt, eine Umweltkatastrophe. Alles unkontrollierbar.

Todesangst ist also gleichzeitig eine reale und eine irreale Angst. Meist basiert sie auf anderen Ängsten, die uns schon von Kindheit an begleiten. Dinge, die uns verunsichern und beängstigen. Ängste, die uns daran hindern unser Leben mutig und selbstbewusst zu leben. Ängste, die uns die Möglichkeit nehmen, dem Tod mutig ins Auge zu sehen.

Was können wir also gegen diese Angst unternehmen? Die erste Antwort ist: so viel wie möglich leben! Leben tust du im Hier und Jetzt. Fühle, höre, rieche, schmecke, sehe – denke, schreibe, male und mach alles, was du willst. Aber höre dabei möglichst nicht auf mit den ersten fünf Dingen, die ich genannt habe. Das ist die Kunst des Lebens.

Ich verlinke hier zu einem Video von Sam Berns, einem Jungen, der an einer seltenen Krankheit litt, Progerie, welche die Kinder extrem schnell altern lässt. Er wusste, dass er nicht lange leben wird. Sein früher Tod war absehbar. Trotzdem hat er seine Philosophie für ein glückliches Leben entwickelt und gelebt.

Link zu Ted talk – Sam Berns

Ich sitze hier gerade in einem kleinen Holzhaus ohne Heizung auf einem Pferdehof und schreibe. Sonne scheint leicht durch die Schleierwolken. Die Tür ist offen. Die Vögel zwitschern, der Hahn kräht. Es stinkt leicht nach Pferdedung. Meine Finger und meine Füße sind kalt, denn draußen sind es vielleicht gerade mal 14 Grad. Ich lebe und schreibe und genieße es hier zu sein.

Zweitens: fühle deine Angst! Lass deine Angst an dich herankommen und dich nicht durch sie lähmen. Setze dich in eine kuschlige, warme Ecke, schling die Arme um deine Beine und lass die Angst zu dir kommen. Schau sie an. Erkenne sie. Du kannst auch weinen.

Fühle, woher deine Angst kommt! Bist du ein kleines, verlassenes Kind? Hat dich jemand verletzt, dir weh getan? Vertraust du dir selbst nicht? Vertraust du nicht, dass du dich selbst beschützen kannst?

Es gibt wahrscheinlich hundert Gründe für deine Ängste, sie bestehen aus verschiedenen Kappen. Wenn du Ihnen nicht begegnest, sie ansiehst, versuchst sie zu verstehen, werden sie dich dein ganzes Leben lang begleiten und dir Angst machen, egal wovor. Vor dem Jetzt oder vor der Zukunft.

Und jede „irreale“ Angst hindert dich daran im Jetzt zu Leben. Und das ist der einzige Moment, in dem du lebst.

Die Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit ist der große Unterschied zwischen dem Mensch und den Tieren. Es ist der Unterschied, der uns human macht.

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Alles zu seiner Zeit

Ich habe mir in den letzten Tagen, um mir den selbst erzeugten Stress zu nehmen, einen alten Sinnspruch zum Leitspruch gemacht: „Alles zu seiner Zeit!

In letzter Zeit hatte ich mich nämlich mit all den Sachen, die ich machen will, sehr unter Druck gesetzt: lesen, schreiben, Sport machen, Musik machen, mich um meine Familie kümmern, ein Vi-Blog anfangen, für die Reise recherchieren, mich im Qigong weiterbilden – und dann habe ich ja auch noch Unterrichtsklassen. Das hat dann bei mir die schlechte Laune ausgelöst, da ich immer dachte: „Eigentlich wollte ich ja noch dies machen, und eigentlich wollte ich ja noch jenes machen …“ Und das führt dann natürlich zu Frustration, da so viele Dinge gleichzeitig einfach nicht möglich sind.

So habe ich mich gefragt:

„Warum setzt du dich eigentlich so unter Druck, wenn das Einzige, was du wirklich willst, ist glücklich zu sein

– und zwar möglichst in jedem Moment.

Tja, und das hat dann bei mir einen Moment des Innehaltens ausgelöst. Und ich habe mir gesagt: „Ja, das ist vollkommen richtig. Eigentlich ist ja meine ganze Transformation nur dazu da um glücklich zu sein. Und wie soll ich glücklich sein, wenn ich mich selbst unter Druck setze und mich durch die Sachen, die ich nicht mache, frustriere.“

Und dann tauchte dieser Spruch einfach aus dem Nichts auf: Alles zu seiner Zeit!

Das hört sich jetzt wieder nach einer Binsenweisheit an, ist es aber nicht. Im Endeffekt ist diese Aussage tief philosophisch und holistisch. Denn worum geht es?

Um glücklich zu sein, müssen wir im Augenblick leben, denn der Augenblick ist der einzige Moment, in dem wir wirklich leben. Wenn wir immer daran denken, was wir noch machen müssen, sind wir mit unserem Kopf schon in der Zukunft und nicht in der Gegenwart. Wenn wir daran denken, was wir hätten machen sollen, sind wir mit unserem Kopf in der Vergangenheit und nicht in der Gegenwart. Aber der einzige Moment in dem wir leben ist die Gegenwart.

Nur in der Gegenwart können wir glücklich sein, traurig sein, überrascht sein, gespannt sein, verwirrt sein, belustigt sein, gelangweilt sein – ganz einfach nur sein.

Das heißt aber auch, dass es keinen Zweck hat, sich zum Schreiben zu zwingen, wenn man eigentlich gar keine Lust oder Inspiration hat zu schreiben. Oder zu lesen, wenn man lieber spazieren gehen will. Und so weiter.

Glücklich kannst du nur sein, wenn du in dem einen Moment der Gegenwart genau das tust, was du auch gerne tun möchtest.

Alles andere sind Leistungsgedanken, die aus irgendwelchen Gründen in dir wachsen und dich dazu bringen wollen, etwas zu machen, zu dem du in diesem Moment eigentlich keine Lust hast. Und deswegen ist der Spruch „Alles zu seiner Zeit“ ein sehr einfacher aber weiser Spruch.

Er beinhaltet auch das Thema, dass wir gar nicht immer alles planen können, denn wie wir jetzt in Corona-Zeiten sehen, können jederzeit Einflüsse von außen entstehen, die uns von unserer Planung abbringen. Das heißt jetzt nicht, dass man überhaupt nicht mehr planen soll. Aber man sollte immer im Hinterkopf behalten, das praktisch jede Planung auch von äußerlichen Einflüssen abhängt, die wir in einem großen Maße nicht kontrollieren können.

Wenn man es so betrachtet, ergibt es Sinn sich auf den Leitspruch „Alles zu seiner Zeit“ einzulassen. Wenn etwas Geplantes funktioniert und alles läuft, wie es laufen soll – prima. Aber man sollte möglichst immer die Flexibilität behalten umdenken zu können, wenn etwas nicht so läuft, wie es geplant war. Vielleicht war es holistisch gesehen, einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt. Und vielleicht ergeben sich in der Zwischenzeit sogar wieder andere Sachen, die den Sinn oder die Struktur unserer Planung hinterfragen oder eine bessere Möglichkeit aufzeigen.

Es geht also um zwei Elemente: „Schicksal“ und „den Augenblick erleben“.

Da das erlebte Glück nur im Augenblick existieren kann, ist es sinnvoll, sich ganz auf den Augenblick zu konzentrieren und in diesem Augenblick möglichst die Sachen zu machen, die einen in diesem Augenblick glücklich machen.

Und wie mache ich das?

Wir können es lernen. Immer wenn dir bewusst wird, dass du dich selbst unter Stress setzt, musst du innehalten, dich auf den Augenblick konzentrieren und dich hinterfragen, ob das, was du jetzt gerade machst, das ist, was du machen willst oder musst.

Natürlich gibt es auch Dinge, die man machen muss, obwohl man vielleicht keine wirkliche Lust darauf hat, wie zum Beispiel staubsaugen. Aber auch diese Dinge sollte man in diesem Augenblick mit voller Achtsamkeit tun.

Wichtig ist die Hingabe in den Moment, das hundertprozentige Erleben des Moments. Und das funktioniert nicht, wenn du immer daran denkst, was du eigentlich noch alles tun müsstest oder tun wolltest.

Mach, was du machst hundertprozentig, und zwar jetzt!
Alles andere muss auf seinen Moment warten.

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Lebst du oder existierst du nur?

Lebst du oder existierst du nur? Mark Twain soll einmal gesagt haben: „Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.“ 

Ich habe in den letzten Jahren in einem ziemlichen Einheitstrott gelebt und das hat sich auch auf mein Gemüt niedergeschlagen. Ich hatte meine Lebenslust verloren. Wenn mein Leben an einem dieser Tage zu Ende gewesen wäre, hätte es mir nicht viel ausgemacht. Wahrscheinlich hätte es ein Arzt als Depression diagnostiziert, aber ich fühlte mich noch nicht mal depressiv, nur ungeheuer gleichgültig.

Und das, obwohl wir zwischendurch sogar einen langen Asienurlaub gemacht hatten, den wir schon lang im voraus geplant hatten, um ihn überhaupt realisieren zu können. Und der Urlaub war auch wunderschön und ich würde es sofort wieder machen. 

Aber danach kamen wir zurück und es war wieder alles wie vorher.

Und dann habe selbst ich irgendwann gemerkt, das es so nicht weitergehen kann. Was mir fehlte war eine IIlusion, etwas auf das ich mich freuen konnte. Und zwar etwas, was nicht nur ein längerer Urlaub ist, sondern der Anfang von etwas Neuem.  Denn was nützt es dir, wenn du schöne Erlebnisse hast, aber danach doch in den selben Einheitstrott zurückkehrst.   

Aber wie willst du etwas Neues beginnen, etwas was dich begeistert, wenn du nicht weißt wie du es finanzieren kannst? OK, wenn es eine Idee ist, mit der man in absehbarer Zeit Geld verdienen kann, prima! Dann geht es nur ums überbrücken und durchhalten. Was aber, wenn diese Idee erstmal nur mit dir zu tun hat und gar nicht darauf ausgerichtet ist, damit Geld zu verdienen?

Dann stellt sich die Frage nach deinem Mut. Es stellt sich die Frage, ob du deine Komfortzone verlassen kannst ohne Sicherheiten. Und das ist bestimmt nicht leicht. Aber die andere Frage ist – willst du ein Leben weiterführen, das dich in deiner Komfortzone hält, aber dich nicht begeistert? Willst du dich wirklich in deiner Bequemlichkeit langweilen bis du irgendwann stirbst?

Wenn du in diesem Zustand bist, existierst du nur noch, aber du lebst nicht mehr.

Klar, vielleicht wirst du irgendwann pensioniert, und dann kannst du dir, wenn du gut vorsorgen konntest, vielleicht ein paar nette Reisen gönnen oder sonst etwas, was du immer haben oder machen wolltest. Aber was ist, wenn du vielleicht vorher stirbst, oder vielleicht ein Jahr, nachdem du in Rente gegangen bist? Oder auch nur, dass du krank und gebrechlich wirst und die Dinge nicht mehr durchführen kannst, die du geplant hattest.
Das Leben ist unkontrollierbar, wie wir es jetzt gerade schön anhand dieser Pandemie vorgeführt bekommen.

Die einzige Garantie, dass du ein interessantes und befriedigendes Leben führst, ist das du es jetzt machst. 

Das alles waren die Gründe, warum ich angefangen habe etwas zu planen, dass mir eine große Illusion bereitet und für das ich Sicherheiten abbauen und ins kalte Wasser springen muss. 

Wobei man natürlich auch den Sprung ins kalte Wasser vorbereiten kann. Es geht nicht darum kopflos vom Felsen zu springen ohne vorher zu überprüfen wie tief das Wasser unten ist. Und es gibt auch Mittel und Werkzeuge, die dir dabei helfen. Aber springen muss man schon.

Also frage dich selbst, ohne daran zu denken wie du es finanzieren kannst: „Was würde mir jetzt wirklich Spaß machen?“ Und dann, wenn du wirklich ohne Netz und doppelten Boden nachgedacht hast, kannst du anfangen zu überlegen, wie man so etwas realisieren könnte. Und ich garantiere dir – wenn du begeistert bist, wirst du auch Wege finden.

Ich denke zum Beispiel an einen Bekannten, der immer gerne um die Welt segeln wollte und nicht viel Geld hatte. Er hat einen Segelschein für Yachten gemacht, ist immer bei Freunden oder auf Booten, die Besatzung gesucht haben, mitgesegelt und hat so Erfahrung gesammelt. Und irgendwann hat er dann Bootseignern den Service angeboten ihre Segelschiffe von einem Ort zu einem anderen Ort zu überführen. Besitzer von größeren Segelbooten wollen nämlich meistens nicht selbst unbedingt den Ozean überqueren. Sie wollen ihre Yacht heute vor Monaco haben und ihren nächsten Segeltörn dann z.B. in der Karibik. Also muss das Boot irgendwie dorthin kommen. Und so hat sich mein Bekannter seinen Traum erfüllt, segelt auf wunderschönen Segelyachten um die Welt und wird dafür sogar noch gut bezahlt.

Von solchen Beispielen gibt es viele und ihr könnt viele im Internet finden. Tatsache ist, dass sich,  wenn man einen Traum oder eine Idee wirklich verfolgt, oft Möglichkeiten und Wege ergeben, an die man vorher noch gar nicht gedacht hat. Und das liegt daran weil man Dinge sieht, auf die man vorher nicht geachtet hat, man liest Sachen, die man sonst vielleicht nicht gelesen hätte, man redet mit Leuten über Dinge, über die man sonst vielleicht nicht geredet hätte.

Und so öffnen sich Türen, die man vorher gar nicht gesehen hat. 

Natürlich gibt es keine Garantien, diese Träume wirklich zu verwirklichen oder vielleicht nicht auf diese Art und Weise.  Immer kann etwas passieren, wie es gerade zur Zeit passiert, das dir irgendwelche Dinge oder Ereignisse in den Weg kommen. Aber das ist normal. Durchhaltevermögen gehört dazu.

Doch was ich dir garantieren kann, ist das sich dein Leben sofort anders anfühlen wird. Seitdem ich meinen Plan im Kopf habe – eine verrückte Idee – hat sich in mir eine kleine Flamme entzündet, die mich wieder innerlich – und äußerlich – lächeln lässt.

Und dadurch, dass ich mit ausgewählten Freunden über diese Idee rede, habe ich auch schon interessante Informationen sowie Bestätigung bekommen. Dadurch, dass ich mich mit der Sache beschäftige, steige ich immer mehr in die Materie ein, suche nach Leuten, die Ähnliches gemacht haben und nach und nach wird die Idee, aber werden auch ihre Herausforderungen, klarer.

Ich fange an zu leuchten, wenn ich über meine Idee rede, und das steckt auch andere an. Es ist ein bisschen wie eine chemische Reaktion oder einen Stein, den man ins Rollen gebracht hat. 

Und so hat sich mein Leben schon geändert, obwohl ich meinen Plan noch gar nicht durchgeführt habe. 

Und ich fühle mich wieder lebendig!

Bild von StockSnap en Pixabay

2021 – endlich frei leben!

„Ein besonderer Jahresbeginn“ und „frei leben“.

Ich glaube 2020 ist ein Jahr, dass wir alle gerne hinter uns lassen. Auch, wenn dieses Jahr in unser aller Leben eine besondere Rolle spielen wird und es wahrscheinlich keiner so schnell vergessen wird. Für manche hat es Wechsel zum Guten gegeben und für andere hat es vielleicht viel Schlechtes gebracht.

Auch wenn 2020 für mich der Beginn meiner bewussten Transformation gewesen ist, lasse ich es gerne hinter mir. Es gab einfach zu viele Entbehrungen, Einschnitte und ungewollte Veränderungen. Natürlich gab es dadurch auch mehr Möglichkeiten sich und die Welt mehr zu hinterfragen und ich denke, das ist der positive Teil der Geschichte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte ich nicht mit meinen Änderungen angefangen, wenn wir nicht im Lockdown gewesen wären.

Aber es hat viele Dinge gegeben, auf die wir verzichten mussten oder in manchen Fällen sogar Personen, die aus unserem Leben gegangen sind oder die erkrankt sind. Ich musste zum Beispiel auf meine Party zum 60. Geburtstag verzichten, die groß angelegt war und zu der viele meiner Freunde und Familie nach Spanien gekommen wären.
Außerdem war dieses Jahr gezeichnet von der Krankheit meines Sohnes, die uns immer wieder aus den „geregelten“ Bahnen herausgerissen hat und uns in ungeplante Situationen befördert hat.

Ich werde 2020 immer dankbar sein

Aber ganz klar werde ich diesem Jahr 2020 immer dankbar sein, denn es hat mich verändert. Es hat mich dazu animiert, nach neuen Wegen zu suchen, neue Wege zu leben. Vielleicht ja, weil die komische Pandemie, die um uns herum war, jeden mit Gedanken an den Tod konfrontiert hat. Aber auf der anderen Seite auch mit Gedanken über unsere Freiheit. Was für Freiheiten haben wir wirklich? Welche Freiheiten kann und darf man uns nehmen? Haben wir wirklich die Freiheit zu entscheiden? Haben wir wirklich die Freiheit über uns und unser Leben zu entscheiden?

Wir haben gesehen, dass unsere Freiheiten zu einem großen Teil eingeschränkt wurden, ohne das wir etwas dagegen unternehmen konnten und uns letztendlich nur fügen konnten. Das ganz unabhängig davon, ob die Beschränkungen unserer Freiheit legitim waren oder angemessen und auch unabhängig davon, ob wir diesen Maßnahmen positiv gegenüber standen oder nicht.

Welche Freiheiten haben wir wirklich?

Was wir gesehen haben ist, dass unsere weltliche Freiheit sehr fragil ist. Was ist also mit unserer geistigen und seelischen Freiheit? Und was ist mit unserer Freiheit so zu leben, wie wir gerne leben würden?

Um diese Fragen zu beantworten, habe ich das Netz nach Zitaten über die Freiheit durchforscht und die meisten beschäftigen sich nicht damit, den Begriff Freiheit selbst zu definieren, sondern benutzen ihn als Teil eines Strebens, des Strebens nach Freiheit.
Über das Thema, wie Freiheit selbst definiert wird, habe ich eigentlich gar nichts gefunden, noch nicht mal von Nelson Mandela, der doch 27 Jahre im Gefängnis verbracht hat, ohne sich selbst aufzugeben. Was oft angesprochen wird, ist natürlich die Freiheit der Gedanken. Diese Freiheit haben wir immer noch, wenn man uns alle anderen Freiheiten nimmt. Aber hätte man auch noch alle Freiheiten seelisch und geistig zu leben, wenn man uns alle weltlichen Freiheiten nimmt?

Zitate über die Freiheit

Das Schönste, was ich dazu gefunden habe, ist folgendes Zitat: 

„Je freier man atmet, desto mehr lebt man“

Theodor Fontane


Dieses Zitat spricht mich sehr an, weil ich durch Qigong und Meditation gelernt habe, dass die Atmung eines der zentralen Werkzeuge ist, um dir reichlich Lebensenergie zu geben. Und deine Lebensenergie ist die Grundlage, auf der du dein Leben lebst und auswählst, wie du dein Leben lebst: frei oder an Sachzwänge gebunden.

Das Nächste: 

„Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt“ 

Heinrich von Kleist


Dieses Zitat weist darauf hin, dass es letztlich immer die Entscheidung eines jeden Einzelnen ist, wie er auf eine Situation reagiert.

Dann: 

„Der Mensch ist frei wie ein Vogel im Käfig. Er kann sich innerhalb gewisser Grenzen bewegen“ 

Johann Kaspar Lavater


Dies definiert für mich sehr gut die Bedingungen von Freiheit. Wir haben als Menschen ganz natürliche Beschränkungen unserer Freiheit, zum Beispiel, das wir essen und trinken müssen. Wir sind materielle Wesen. Freiheit als absolute Freiheit kann für materielle Wesen nicht existieren.

Und dazu passt als Abschluss gut mein Lieblingszitat über Freiheit aus dem Song Me and Bobby McGee

„Freedom is just another word for nothing left to lose.“ (Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts mehr zu verlieren hat).

Me and Bobby McGee – Kris Kristofferson


Absolute Freiheit kann es nur geben, wenn wir uns von allen weltlichen Dingen gelöst haben.

Also, können wir frei sein?

Kommen wir also zurück zu den Fragen, auf die ich Antwort gesucht habe: Was ist mit unserer geistigen und seelischen Freiheit? Können wir frei sein, wenn man uns unsere Bewegungsfreiheit nimmt oder immer mehr einschränkt?

Solange man uns nicht die Freiheit zum Atmen nimmt, haben wir die Macht über unsere Lebensenergie (Prana) und damit die Macht über unsere seelische und geistige Freiheit. Da die Freiheit zum Atmen aktuell aber durch das Tragen von Masken teilweise sehr eingeschränkt wird, ist es um so wichtiger Momente und Umgebungen zu suchen, in denen man tief und frei atmen kann.

Und was ist mit unserer Freiheit so zu leben, wie wir gerne leben würden? Diese Freiheit kann natürlich von den Autoritäten, meistens in Form des Staates, eingeschränkt werden, wie wir es jetzt gesehen haben. Aber in den allermeisten Fällen sind wir es selbst, die uns einschränken. Nämlich, indem wir nach Regeln handeln, von denen wir ausgehen, dass sie so sind oder so sein müssen. Dabei sind es gar keine Regeln, die von der Autorität gesetzt werden, sondern Regeln, die uns unsere Eltern gelehrt haben, die uns die Gesellschaft gelehrt hat oder die uns eine bestimmte Ideologie oder Religion gelehrt hat. Regeln, die wir angenommen haben, ohne sie grundsätzlich zu hinterfragen. Aber der Hauptgrund für die meisten Menschen nicht frei zu leben, ist die Angst.

Deine Angst hindert dich frei zu leben

Zum Beispiel die Angst, die Lebensgrundlage zu verlieren. Die Lebensgrundlage für ein Leben, dass uns in vielen Fällen nicht glücklich macht. Oder die Angst, die Sicherheit zu verlieren. Eine Sicherheit, die sehr illusorisch ist, wenn wir mal das Chaos des Lebens auf der anderen Seite sehen, das uns von einem Moment zum anderen in eine vollkommen neue Situation bringen kann.

Also, wer hält dich fest, wer lässt dich nicht frei leben? In den meisten Fällen ist es ein und dieselbe Person, nämlich DU!

Willst du, dass 2021 wirklich anders wird? Dann fang an frei zu leben! Und hab keine Angst!

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Gibt es positives Leiden?

Um wirklich positiv zu sein, darf man niemals leiden, oder? Das würde bedeuten, das man Leiden gar nicht zulassen soll. Oder gibt es positives Leiden?

Also, was soll man machen, wenn man in einer Situation steckt, die nun mal Leiden impliziert, z.B. wenn eine geliebte Person gestorben ist oder wenn sich einer deiner Lieben in einer schlechten Situation befindet, und du Mitleid hast. Was macht man dann mit der Trauer und dem Leid? Denken: „Morgen wird alles besser“ oder „Alles passiert aus einem guten Grund“?

Leiden ist ein Teil des Lebens

Ich denke, dass Leid genauso Teil unseres Lebens ist wie Freude und ich denke sogar, dass man, je mehr man sich gegen das Leid abschottet, desto mehr wird auch die Freude minimiert. Denn Filter oder Schutzschilde wirken immer in beide Richtungen. Wenn nichts Negatives hereinkommen soll wird es auch das Positive schwer haben, mit vollem Umfang bei dir anzukommen.
Also ist auch das Leiden wichtig, wenn es dafür einen echten Grund gibt. Was aber auch wichtig ist, in dieser Situation, ist das Leiden zu erforschen. Wo trifft es dich genau? Wo sitzt deine Trauer und dein Leid? Womit ist es verknüpft? Wie drückt es sich aus?

Oft kann sich dein Leiden zum Beispiel durch schlechte Laune ausdrücken. Schlechte Laune, bei der du gar nicht genau weißt, woher sie kommt. Und vielleicht kommt sie genau aus einem inneren Leid, etwas was dir weh getan hat oder etwas was dir zurzeit weh tut, es dir aber gar nicht bewusst geworden ist. Und unter dieser schlechten Laune müssen dann wiederum andere in deinem Umfeld leiden.

Durch das Leid seelisch reifen

Das Wichtige beim Leid ist also zu erkennen, woher es kommt, es zu fühlen und anzunehmen, positiv anzunehmen, denn es ist zurzeit ein Teil deines Lebens und es wird dir auch helfen seelisch zu reifen und stärker zu werden.

Wenn du das schaffst, wird dein Leiden weicher, fließender. Du kannst es besser annehmen, du kannst über dein Leid oder über deinen Verlust weinen und dich deinen Emotionen hingeben.

Das Leben ist eine Achterbahn. Es gibt immer Aufs und Abs. Und wenn du das nicht zulässt, werden deine Emotionen auf eine mittlere Schiene nivelliert, die weder besondere Glücksgefühle noch besondere Trauer und Leid zulassen. Dann bewegst du dich in einem mittelmäßigen Leben.

Damit es voll empfundene Freude gibt, muss es also auch voll empfundenes Leiden geben. Das ist das Yin und Yang des Lebens.

Leiden = negative Gedanken?

Und was ist mit den schlechten Gedanken, die oft mit einem Leid zusammenhängen? Hier gilt es natürlich aufzupassen. Da du leidest und dich in einer schwachen Position befindest, haben es negative Gedanken leichter zu dir durchzudringen. Aber eigentlich geht es hier ja gar nicht um Gedanken, sondern um Gefühle. Leiden, Mitleiden und Trauer sind Gefühle und diese Gefühle sollst du auch annehmen. Die negativen Gedanken nutzen aber diese „Schwächesituation“ aus, um dich zu beeinflussen. „So wird das jetzt immer weitergehen“, „dieses Leiden wird niemals aufhören“, „du bist ein schwacher Mensch“ etc.

Und hier helfen dir deine Routinen, die du auch ständig pflegen solltest. Deine Meditation, dein Qigong, deine Atemübungen, dein Sport, alles was dich wieder auf andere Gedanken bringt. Auch um das Leiden zu empfinden brauchst du die innere Leere und durch die Leere vertreibst du genauso die negativen Gedanken.

Nur weil du schwach bist, lass dich nicht durch negative Gedanken oder Ängste beeinflussen. Atme tief durch, denke an das Positive, denke an deinen Weg und lass die negativen Gedanken verdunsten.

So kannst du positiv leiden.

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Transformation – Selbstverwirklichung und Selbstfindung

Oft wird von Selbstverwirklichung oder Selbstfindung geredet, aber mir gefällt der Ausdruck Transformation besser, denn es beschreibt den Prozess besser. Eine Selbstverwirklichung findet über verschiedene Schritte statt. Es ist nicht eine Idee, ein großer Gedanke, ein großer Schritt und du hast es geschafft. Nein, es sind viele kleine Schritte, manchmal unmerklich kleine Schritte, die dich näher und näher an dein Ziel führen.

Deswegen ist es am Anfang auch so schwierig daran zu glauben, weil man erstmal kaum Änderungen spürt. Es ist dasselbe wie, wenn man ein Instrument oder eine neue Sprache lernt. Zuerst lernt man und lernt man und hat das Gefühl, das es kaum weitergeht, obwohl man so viel Arbeit hineinsteckt. Aber plötzlich, in einem ganz unerwarteten Moment wird man davon überrascht, dass man eine Passage ganz locker spielt, oder dass man einen Satz wie selbstverständlich ausgesprochen hat. Genau so ist es auch bei deinem Weg zur Selbstverwirklichung, zur Selbstfindung, zur Transformation. Weil du dich nämlich nicht von einem Schlag auf den Anderen veränderst, sondern weil diese Veränderungen fast unmerklich stattfinden. Der Vorteil ist allerdings, dass wenn du einen korrekten Weg eingeschlagen hast, die Änderungen irgendwann wie von selbst kommen. Sie sind praktisch ein Resultat der Sachen, die du vorher gemacht hast, ein Geschenk – denn sie kommen dann ohne Anstrengung.

„Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt“ – und welches ist der erste Schritt?

Und wie es schon tausend weise Leute geschrieben oder ähnlich gesagt haben: „Der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt“ (Konfuzius).

Gut, die Frage ist jetzt: Welches ist der erste Schritt? Und dazu muss ich dir sagen, dass ich glaube, dass es egal ist, egal aber nicht gleich. Wichtig an deinem ersten Schritt ist, dass es ein Schritt ist, der sich um deine Bedürfnisse kümmert, ein Schritt, der auf deine Wünsche oder auf deine Bedürfnisse eingeht. Diese Wünsche oder Bedürfnisse können körperlicher oder emotionaler Art sein oder auch psychischer, oder eine Mischung von Verschiedenen. Es ist aber meist eine Krankheit oder eine Unzufriedenheit, die dich so unglücklich macht, dass du unbedingt etwas ändern willst. Ohne diesen Antrieb wird es sehr schwer sein. Wenn du dich wohlfühlst, hast du keinen Grund dich zu ändern. Warum auch?

Es gibt nicht EINEN richtigen Weg, es gibt viele Wege

Für jeden gibt es verschiedene Wege. Ich kann dir nur von meinem Weg erzählen und ich hoffe, dass meine Beschreibung dir etwas nützt. Doch grundsätzlich kann man sagen, dass es für jeden Grund schon viel Information im Internet gibt. Sei es wie man eine Depression am besten bekämpft, sei es wie man gegen Rückenleiden vorgeht, sei es wie man eine unglückliche Beziehung verbessert oder beendet.

Ich sage nicht, dass es leicht ist. Wahrscheinlich ist der erste „kleine“ Schritt der schwierigste von Allen. Nehmen wir zum Beispiel eine Depression. Was ist das beste Heilmittel gegen Depressionen? Schaff dir eine Routine an. Warum? Wenn du depressiv bist, neigst du dazu alles stehen und liegen zu lassen. Du hast keine Lust mehr aufzustehen, du hast keine Lust mehr Sachen zu machen, du hast keine Lust mehr Freunde zu sehen oder auszugehen.

Beginne mit einer Morgenroutine

Hast du den Willen aus dieser Depression raus zu kommen? Prima, das ist nämlich schon fast das Wichtigste. Also fang mit etwas Leichtem an! Stehe jeden Morgen zu einer Zeit auf, die dir angenehm erscheint – aber immer zur selben Zeit! Und direkt nach dem Aufstehen beginnst du mit einer kleinen, leichten Morgenroutine. Du stehst zum Beispiel auf, gehst zum Bad, wäschst dir das Gesicht, dann trinkst du ein Glas Wasser und danach machst du ein wenig Morgengymnastik. Egal ob Gymnastik, Qigong, Yoga oder Power Training. Ich empfehle natürlich Qigong, weil es dich mit Lebensenergie füllt. Aber jeder Sport bringt dir Lebensenergie und Vitalität – genau das, was dir bei einer Depression fehlt.

Nach und nach versuchst du diese Routine auszubauen, z.B. mit einem gesunden Frühstück. Gesund heißt eine gute Mischung aus Vitaminen, Proteinen, Kohlenhydraten, vielleicht auch etwas was dich anregt wie grüner Tee oder Kaffee. Dieses Frühstück soll auch als Belohnung für deine Anstrengungen funktionieren. Du musst es also so gestalten, dass du wirklich Lust darauf hast. Und wenn ein Donut oder ähnliches dazu gehören muss, damit du dich darauf freust, dann muss er halt dazugehören. Scheiß auf den Zucker.

Verändere dein Gehirn

Wenn du diese Routine nur eine Woche durchhältst, wirst du erste Veränderungen deines Gemütszustandes erkennen. Bis die neuen Verhaltensweisen allerdings wie natürlich in dein Leben integriert werden dauert, es im Schnitt drei Wochen.

  • Neue Entscheidungen führen zu neuen Verhaltensweisen.
  • Neue Verhaltensweisen führen zu neuen Erlebnissen.
  • Neue Erlebnisse führen zu neuen Emotionen.
  • Neue Emotionen lassen den Körper neue Chemikalien produzieren, welche zurück zum Gehirn gefeuert werden und das eingestaubte Neuronen-Netzwerk mal kräftig durchrütteln.
  • Wiederholt man dies, dann bilden sich neue Neuronen-Netzwerke. Mit jeder Wiederholung stärkt man diese neuen Neuronen-Netzwerke und die Alten lösen sich im Gegenzug auf.

Aus dem Artikel: Wie Veränderung funktioniert (einfach + kurz erklärt)

In diesem Artikel findest du noch weitere interessante Informationen und Tricks zu diesem Thema.

OK. Das war ein kurzer Ausflug in die Depression. Bei mir war der Grund mich zu ändern eine Mischung aus körperlichen und psychischen Problemen. Ich habe ein altes Problem mit meinem Magen oder besser gesagt Verdauungssystem. Außerdem hatte ich meine Lebenslust verloren. Man könnte also von Depression reden. Wie ich diese Dinge angegangen bin, erzähle ich dir in meiner Abteilung „Transformation“. Da diese einen zentralen Teil dieses Blogs darstellt, habe ich sie nicht als Beiträge geschrieben, sondern sie fest in das Blog eingebunden.

In diesem Post habe ich mehr über die körperlichen und physischen Effekte von Veränderungen geschrieben, die meistens den ersten (und vielleicht auch den zweiten und dritten) Schritt darstellen. Aber natürlich gibt es noch geistige und seelische Effekte und Veränderungen. Aber dazu kannst du meine Beiträge verfolgen, die mehr auf dieses Thema eingehen.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg und Energie für deinen ersten Schritt. Und falls du ein Feedback haben willst, kannst du mich gerne kontaktieren und ich sage dir meine Meinung.  

Weiter lesen: Transformation – der Weg zum „neuen“ Ich

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Was macht man wenn … Schreiben als Therapie

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Was macht man, wenn man nicht weiß, was man tun soll? Wenn man nicht weiß, wie man aus dieser aussichtslosen Situation wieder herauskommen soll? Man kann sich zum Beispiel hinsetzen und anfangen zu schreiben. Schreiben als Therapie? Aber worüber soll man schon schreiben? Über seine Frustration, über die Ohnmacht, die man fühlt, weil man wirklich nicht weiß wie es weiter nach vorne gehen soll. Oder kann dir das Schreiben auch eine Antwort geben. Kann es dich zu einem Punkt leiten, kann es dir Lösungen aufzeigen? Mal sehen.

Machen wir doch einfach diese Schreibtherapie. Was kommt dir in den Sinn? Was kannst du aufschreiben, von dem es sich lohnt den weißen Bildschirm mit kleinen schwarzen Zeichen vollzumalen?

Die Wüste des Burning Man

Eine Wüste, ich denke an eine Wüste, wie die Wüste des Burning Man, die ich leider nicht kenne, aber die ich gerne kennenlernen würde. Burning Man, DAS Festival. Das Festival der Kreativität, das Festival der Extreme, das Festival für Leute, die bereit sind in die Wüste zu gehen und tagelang etwas zu erleben was einzigartig ist und was man wahrscheinlich sein ganzes Leben nicht vergisst.

Ein Festival um Spaß zu haben, zu tanzen, zu chillen, ausgeflippte Typen kennen zu lernen und ganz viel Kunst, Spontanität und Kreativität. Ich habe schon viel davon gehört und gesehen. Und wahrscheinlich ist es jetzt auch nicht mehr so, wie es am Anfang war. Aber trotzdem muss es faszinierend sein.

Und kann man das als alter Knacker noch aushalten, die extreme Hitze, die extremen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht in der Wüste, ohne Komfort, mit Komfort?

Die Wüste meiner Emotionen

Warum ist mir jetzt dieses Bild gekommen? Vielleicht weil ich gerade in der Wüste sitze. In der Wüste meiner Emotionen. Einer Person, die ich sehr liebe, geht es sehr schlecht und sie scheint in einer ausweglosen Situation zu sein. Eine Situation, in der nur die Hoffnung als Weg in eine positive Richtung zu führen scheint.

Aber ist diese Hoffnung realistisch? Oder will ich mir nur etwas vormachen um nicht in den Abgrund schauen zu müssen. In den Abgrund meiner Angst. Ist meine Angst realistisch?

Ein Abgrund, wie ein Canyon in einer Wüste, schön und gefährlich zugleich. Du stehst am Rande des Canyons und sollst ins Leben vertrauen. Wie kannst du ins Leben vertrauen, wenn es doch so viele schreckliche Dinge im Leben gibt? Katastrophen, Kriege, Hungersnöte, Tod, Vergewaltigungen, rassistische Vertreibungen – Leiden, Leiden, Leiden. Und du sitzt hier und sollst hoffen?

Ja!

Es ist dein Luxus zu hoffen. Es ist deine einzige Möglichkeit dich an positiven Gedanken festzuhalten, denn an negativen kannst du dich nicht aufrichten. Die Wüste, Synonym für Dürre, Trockenheit und Tod. Und beim Burning Man sprießt das volle Leben aus der Wüste und wird zu einem so unglaublichen Spektakel, wie es die Welt vorher in dieser Form noch nie gesehen hat.

Hoffnung, Glaube, Vertrauen

– Taten die Energien freisetzen, die der Angst entgegen wirken. Der Angst wenn du am Abgrund stehst und dann die Schönheit erkennen kannst. Aber es ist nicht leicht. Es braucht deine ganze Energie. Es ist extrem. Doch es kann dir auch etwas extrem Einzigartiges bieten. Etwas, was du dein Leben lang nicht vergessen wirst.

Wenn es Hoffnung gibt, dann gibt es auch ganz klar einen Weg. Und wenn der Weg dich in die Wüste führt. dann ist es der einzig richtige Weg für deine Situation.

Interessant, diese Schreibtherapie.

Das sind doch alles nur Binsenweisheiten

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Vielleicht wirst du sagen: „Die Themen in diesem Blog sind doch nur Binsenweisheiten – was kann ich damit anfangen? Und ja, viele Dinge, über die ich schreibe wurden bestimmt schon auf zig anderen Blogs behandelt. Aber das ist mir egal. Warum?

Weil ich diese Dinge und Themen, über die ich schreibe gerade erlebe und erfahre, weil diese Dinge für mich authentisch und wichtig sind. Und ich versuche sie in meiner Sprache rüberzubringen, einer Sprache, von der ich denke das sie relativ einfach verständlich ist, ohne dabei langweilig oder simpel zu sein.

Also, wie geht man z.B. mit einer Lebensweisheit wie „Carpe Diem“ um – langläufig übersetzt mit „Genieße den Tag“ oder „Nutze den Tag“. Klar können wir darüber jetzt eine philosophische Abhandlung schreiben. Außerdem dürfte es jedem bekannt sein, das ein Credo eines erfüllten Lebens darin besteht deinen Tag zu genießen oder optimal zu nutzen. Aber was bedeutet das?
Einen guten Tag zu genießen, das kann jeder. Aber wie sieht es mit den mittelmäßigen, langweiligen oder sogar tieftraurigen Tagen aus? Gilt dann immer noch „Carpe Diem“?

Ja, und dann schaut man halt mal z.B. In Wikipedia und sieht als Nicht-Lateiner nach was „Carpe Diem“ wirklich bedeutet. Und da wird man dann finden, dass es eigentlich mehr „pflücke den Tag“ heißen müsste und eigentlich aus dem Gartenbau kommt. Das heißt es bedeutet, das du die Früchte deiner Arbeit ernten sollst, pflücken sollst. Und das sollst du natürlich auch genießen. Das gibt dem ganzen also eine ziemliche Wendung.

Nicht „ich hau mich jetzt in die Hängematte mit einem Cocktail und genieße den Tag“ sondern „ich erfreue mich an den Dingen, die ich gepflanzt habe und jetzt ernten kann“. Und das bedeutet wiederum, dass ich auch mittelmäßige, langweilige und auch tieftraurige Tage dazwischen hatte, die alle zu einem Ziel und einem Genuss beigetragen haben. Jeder Tag ist also wichtig und jeden Tag sollst du „pflücken“, selbst wenn es dir manchmal schwerfällt.

Und so kommen wir zurück zu den Binsenweisheiten. Es kommt immer darauf an wie man eine Binsenweisheit erzählt oder interpretiert. Auf die eine Weise sagt es dir vielleicht gar nichts, wenig oder vielleicht sogar etwas falsches. Auf die andere Weise setzt es sich vielleicht bei dir fest und fügt sich unmerklich in dein Leben ein.
Denn manchmal sind es ganz kleine und vielleicht sogar absurde Sachen, die jemanden prägen. Wie kleine Samenkörner, die auf einen fruchtbaren Punkt gefallen sind und dort wachsen und für immer bleiben. Binsenweisheiten? Vielleicht. Aber Binsenweisheiten, die im richtigen Moment auf die richtige Stelle gefallen sind.

Wie es mir zum Beispiel letztens mit einem Podcast passiert ist, in dem der Moderator meinte, dass er empfiehlt jeden Tag damit zu beginnen, erstmal ein großes Glas Wasser zu trinken. Hab ich schon tausendmal gehört.
Aber der Podcast erklärte warum. Er sagte nämlich, das der Körper nachts dehydriert. Klar, weil er nur Flüssigkeit abgibt, du aber keine neue aufnimmst. Logisch. Das hat mir eingeleuchtet und sich bei mir festgesetzt. Das es auch für die Entgiftung des Magen-Darmtraktes gut sein soll, weiß ich natürlich schon lange, aber der Darm ist sehr lang und was kann da ein Glas Wasser schon ausmachen. Das hatte mich also nicht überzeugt. Aber die Dehydrierung schon.

Insofern ist der Punkt nicht die Binsenweisheit selbst, sondern der Kontext in den du sie fügst. Und manche Kontexte sind für dich vielleicht besser verständlich als andere.

Falls ich diese Binsenweisheiten also auf eine Art und Weise ausspreche, die auch nur eine Person versteht, bzw. die nur einer Person weiterhilft, dann hat es sich schon gelohnt diese Binsenweisheit aufzuschrieben.

Entdeckungsreise ins innere Selbst

Heute schauen wir uns mal das Wort Entdeckung an. Entdeckung wird normalerweise mit der Idee einer Entdeckungsreise oder Forschungsexpedition verbunden. Eine Reise in Ferne Länder und Gebiete, die nie ein Mensch zuvor entdeckt hat.

Dabei kommt das Wort eigentlich von „entdecken“, also ich decke etwas auf. Ich decke etwas auf, dass die ganze Zeit da gewesen ist, aber nicht sichtbar war, weil es unter einer Decke gelegen hat. Uncover – discover, im Englischen dasselbe. Also war der Entdecker von Troja zum Beispiel ein richtiger Entdecker, denn er hat Kappe um Kappe Erdreich abgedeckt um zu etwas zu gelangen, was schon seit langer Zeit dort gewesen ist, aber nicht sichtbar war. Er hat Troja entdeckt.

Und genauso müssen wir unsere Entdeckungsreise ins innere Selbst machen und erleben. Es geht nicht darum etwas zu untersuchen, was wir schon kennen und an uns selbst bemerkt haben. Es geht darum Wege und Methoden zu benutzen, die dich zu Gebieten von dir selbst führen, die du noch nie gesehen hast, die du noch nie entdeckt hast.

Methoden zur Selbst-Entdeckung

Und was sind diese Methoden? Ich gehe davon aus, dass es viele gibt und das jeder Mensch auch seine individuellen Entdeckungsmethoden suchen und versuchen kann. Ich denke auch, das es manchmal mehrere Schritte sein werden um in den Entdeckungsmodus zu kommen und nicht nur einer. Denn man muss sich ganz klar sensibilisieren.

Du wirst überhaupt nichts entdecken, wenn du nicht die Sensibilität hast offen zu sein, um zu finden. Denn im Gegensatz zur Archäologie ist hier der Punkt, das du nicht vorher Indizien zusammenträgst um am geeigneten Ort zu suchen, sondern das dich deine Intuition an den Punkt führen muss, wo die Schätze und Geheimnisse vergraben sind.

Methoden, die schon bei vielen Menschen funktioniert haben, sind zum Beispiel die Meditation, Qigong, war sowie deine Ernährungs– und Lebensweise, Methoden, die ich anwende.

Es wird aber noch eine Menge andere geben und ich werde bestimmt auch noch eine Menge anderer ausprobieren.

Intuition ist der Schlüssel

Was ich aber jetzt schon merke, ist das ich immer sensibler werde und das ist schön zu sehen. Wie bei einem Puzzle oder bei einem Zauberwürfel (Rubiks cube) fügen sich immer mehr Ideen und Gedanken, aber auch Intuitionen zusammen und werden zu einem immer einheitlicheren und logischen Bild.

Auch Momente, die ich vorher nicht verstanden habe, oder vielleicht sogar als etwas Negatives interpretiert habe, bekommen auf einmal einen vollkommen anderen Zusammenhang und werden als etwas Positives verständlich. 

Bilder und Momente können manchmal sehr Klischeehaft sein, weil wir sie tausendmal im Fernsehen gesehen habe, zum Beispiel „der letzte Abschied“, bei dem man als Zuschauer immer genau weiß, dass sich diese Personen nie mehr wiedersehen werden, obwohl es ein alltäglicher Abschied zu sein scheint. Oder der alte Polizist, der von seiner Rente spricht und man weiß schon hundertprozentig das er sterben wird.

Diese Bilder und Momente habe auch ich manchmal und habe dann schon Angst, das klischeehaft, wie im Film, schreckliche Dinge passieren werden. Und auf einmal sehe ich, dass diese Bilder eine ganz andere Bedeutung hatten.

Das ist das schöne an Entdeckungsreisen ins innere Selbst – du erkennst Dinge, die du eben noch nicht gewusst hast und über die du vorher auch gar nicht nachgedacht hast. Und ist das nicht genau der Kick beim Entdecken? 

Aber für dieses Entdecken, um etwas wirklich Neues und Unbekanntes zu entdecken, musst du wie gesagt offen und sensibel sein, denn nur deine Intuition kann dich dorthin führen. Und wie ich an anderer Stelle schon gesagt habe, die Intuition ist eine ganz leise Stimme, ein ganz leises und unaufdringliches Gefühl. Manchmal musst du nur einen Weg gehen, obwohl du nicht weißt, warum du jetzt diesen Weg gehst. Nur dann wirst du zu Stellen und Punkten kommen, die du vorher noch nie entdeckt hattest.

Sei offen, neugierig, mutig und intuitiv

Ach ja, und Mut braucht du manchmal auch dazu. Mut und Vertrauen. Mut das dich deine Intuition richtig führt und Vertrauen, wenn du dich manchmal in Situationen befindest, die sich vollkommen falsch anfühlen. Wenn dein Weg, der dich Schritt für Schritt dorthin geführt hat, dich genau an diesen Punkt gebracht hat, dann ist dieser Punkt auch in diesem Moment richtig und wichtig für dich. Denn hinter diesem Punkt gibt es wahrscheinlich Sachen zu entdecken, an die du vorher nicht einmal gedacht hast.

Also sei offen, neugierig, mutig und intuitiv – und habe Vertrauen, dass die Entdeckungsreise dich an interessante Ziele führen wird.

Zitate zum Thema

Ausnahmezustand – was bedeutet das?

Wir befinden uns im Ausnahmezustand. Was bedeutet das? Eigentlich hat der Begriff Ausnahmezustand etwas Negatives. Ein Zustand, in dem wir nicht die Sachen tun können, die wir normalerweise machen. 

Der Corona Virus hat uns in einen Ausnahmezustand geführt. Das hat ganz klar viele negative Seiten, z. B. das Leute sterben, das wir in unseren Freiheiten eingeschränkt sind, das die Kultur ungeheuer leidet, das alle Menschen unter dem Mangel von Kultur leiden und das vor allem junge und alte Menschen auf ihre gewohnten Arten der sozialen Kontakte verzichten müssen. Ich bin darüber sehr traurig. 

Trotz allem habe ich nach kurzer Zeit der Frustration noch in der ersten Welle des Lockdown, versucht für mich etwas Positives aus dieser Situation zu ziehen. Ich hatte viel Zeit für mich und hatte praktisch keine Verpflichtungen mehr. Selbst arbeiten konnte ich zu dieser Zeit nicht. 

Also habe ich diese Zeit genutzt, um an meiner Transformation zu arbeiten. Ein Teil dieser Transformation ist, die Dinge von einer anderen Seite her zu betrachten, von der positiven Seite.  

Ausnahme von einem gewohnten Zustand

Schauen wir uns also einmal das Wort Ausnahmezustand etwas genauer an. Es sagt, dass es die Ausnahme von einem gewohnten Zustand ist. Und jetzt betrachten wir doch einmal unseren gewohnten Zustand. Sind wir mit unserem gewohnten Zustand zufrieden? Ist unser gewohnter Zustand der, den wir uns einmal für unser Leben vorgestellt haben?

Wenn ja, dann herzlichen Glückwunsch – für euch ist der Ausnahmezustand wahrscheinlich eine „putada“ (im Spanisch Wörterbuch nachschauen) oder im positiven Falle ist er euch vollkommen egal.

Für alle aber, die mit ihrem „gewohnten“ Leben eigentlich nicht ganz so zufrieden sind, kann ein Ausnahmezustand ja vielleicht auch etwas Positives bringen. Eine Ausnahme zu eurem gewohnten Leben ist normalerweise vielleicht der Urlaub oder eine besondere Feier oder die Geburt eines Kindes, sei es Tochter/Sohn, Nichte, Neffe oder Enkel/in. Das sind positive Ausnahmen. Es gibt natürlich auch negative.

Aber ich konzentriere mich jetzt auf die Positiven. Also wir haben einen Ausnahmezustand zu unserem gewohnten Leben. Schauen wir also nicht, wo wir jetzt überall eingeschränkt sind, sondern schauen wir mal auf die Freiräume, die uns dieser Ausnahmezustand bietet.

Zeit zum Durchatmen

Wir können – ganz ohne schlechtes Gewissen – zu Hause bleiben und ich habe jetzt zum Beispiel mehr Zeit zum Schreiben. Aber auch zum Sport machen, meditieren, lesen, mich weiterbilden, mich um meine Familie kümmern etc. etc. Und ich nutze diese Zeit, um immer mehr über mich selbst zu erfahren, mich immer mehr zu reflektieren, zu sehen wie ich agiere und reagiere, zu erkennen oder erahnen, warum ich das so mache, wie ich es mache. Zeit zum Durchatmen. 

Also versuche diesen Ausnahmezustand anzunehmen und als eine andere Person diesen Ausnahmezustand wieder zu verlassen.

Nutze die Ausnahme, denn es ist die Ausnahme von der Regel!

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