Fahrradtour nach Afrika – Training – Abkürzung? Nein, Danke!

Fahrradtour nach Afrika – Training – Abkürzung? Nein, Danke!

Wir wohnen hier in einer bergigen Zone. Es sind zwar keine sehr hohen Berge, die höchsten Stellen sind so um die 500 m, aber da mein Startpunkt immer auf Meereshöhe liegt, können 366 m Steigung (mein höchster Punkt) schon ganz schön in die Beine gehen. Zumindest für einen Anfänger wie mich.

Das habe ich bei meiner vorletzten Tour zu spüren bekommen. Eigentlich wollte ich eine Tour durch die Täler und Einschnitte der Berge machen, die direkt zwischen uns und dem Hinterland liegen, aber dann dachte ich „Vielleicht gibt es ja eine Abkürzung“ und am Anfang lief es auch ausgezeichnet. Ich bin durch wunderschöne Wege gefahren, durch Weinberge und immer an dem kleinen Fluss mit Namen Foix entlang. Zweimal musste ich sogar durch eine Fuhrt den Bach durchqueren, was gut funktioniert hat, da der Untergrund befestigt war. 

Fuhrt durch den Rio Foix - Fahrradtour nach Afrika - Training.
Fuhrt durch den Fluss Foix

Fahrradtour nach Afrika. Training. Abkürzung? Nein, Danke!

Aber dann kam irgendwann die Stelle, wo die kürzeste Verbindung praktisch nur noch bergauf ging, am Anfang durch einen Waldweg und später musste ich einen Steinbruch umrunden. Google hatte mir zwar empfohlen den Steinbruch zu durchqueren, aber das Schild „Durchfahrt nur für autorisierte Fahrzeuge“ hat mich dann doch etwas abgeschreckt, obwohl Samstag war und nicht gearbeitet wurde. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass ich es das nächste Mal machen würde. Aber ich glaube nicht, dass ich diese Strecke noch einmal fahren werde. Es ging teilweise so steil bergauf, dass ich absteigen und schieben musste. Für mich war es einfach nicht mehr zu machen. Dafür wurde ich mit schönen Aussichten belohnt.

Weinberge in der Penedes - Fahrradtour nach Afrika - Training.
Weinberge in der Penedes

Das schlimmste war, dass ich mich dann noch in einem Bergdorf verfahren habe und erst mal auf der falschen Seite des Berges hinuntergefahren bin. Dabei war ich so froh, dass es endlich in Schussfahrt bergab ging, bis ich irgendwann merkte, das google-Maps mit meiner Richtung nicht einverstanden war. Und dann musste ich die ganze Strecke, die ich schon heruntergefahren war, wieder nach oben.

Ich hatte das Telefon immer in der Tasche, da ich keinen Fahrradhalter für das Handy hatte. Und wenn der Bildschirm blockiert ist, schickt Google-Maps nur noch Textnachrichten, aber keine Audios mehr. Und so habe ich es schlicht zu spät bemerkt. Für die nächste Tour habe ich mir erst mal einen Halter besorgt.

Dafür war die Aussicht, als ich dann auf 366 m angekommen war, natürlich wunderbar. Und danach ging es dann hauptsächlich nur noch bergab.  

Auf den Höhen des Garraf - Fahrradtour nach Afrika - Training
Auf den Höhen des Garraf

Heute habe ich die Tour (ca. 50 km) dann noch mal andersherum gemacht, und diesmal habe ich dann auch die Täler und Flussbett-Tour gemacht. Wobei die positive Höhendifferenz insgesamt auch nur 100 m weniger gewesen sind (671 bei Tour eins, 561 m bei Tour 2), aber es gab weniger steile Steigungen. 

Fahrradtour nach Afrika - Training.

Die Tour selbst ist wie gesagt wunderschön, besonders bei so sonnigem Wetter wie heute. Man fährt vom Meer los, dann durch grüne Täler in Richtung Penedes, das Weinanbaugebiet aus dem der berühmte Cava (Sekt) kommt, u. a. Freixenet und Cordoniu, zwei der bekanntesten Sektmarken in Spanien und erstere auch in Deutschland. Zwischendurch kann man mittelalterliche Städtchen, teils mit alten Burgen sehen.

Die Burg von Canyelles - Fahrradtour nach Afrika - Training.
Die Burg von Canyelles

Auf dem Hin- oder Rückweg, je nachdem in welcher Richtung man die Strecke fährt, kommt man am Staudamm des Foix vorbei. Wenn man auf den Stausee schaut, hat man fast das Gefühl in Skandinavien zu sein, da der ganze Stausee von einem dichten Kiefernwald umgeben ist. Wenn da nicht die kleine Burg wäre, die über dem kleinen mittelalterlichen Dörfchen Castellet thront. 

Burg Castellet am Foix
Burg Castellet Am Foix

Es gibt an dem Stausee auch viele Wasservögel, wie z. B. Kormorane, und heute habe ich einen sehr großen Greifvogel gesehen, vielleicht ein Seeadler? Leider konnte ich ihn nicht nah genug sehen und ich hatte kein Fernrohr dabei. Beim nächsten Mal nehme ich eins mit.

Von dort aus geht es dann wieder Richtung Küste zurück. Man hat auch oft die Möglichkeit die Straßen zu verlassen und auf kleinen Wander- oder Feldwegen zu fahren, wodurch man natürlich in noch abgelegenere Ecken kommt. Deswegen ist mir ein Mountainbike auch lieber als ein Rennrad, denn ich kann überall, wo ich will von der Straße abbiegen und Offroad gehen. Es geht mir nicht um Leistung und Geschwindigkeit. Ich möchte hauptsächlich meine Reise genießen. 

Ich werde schauen, dass ich jetzt meine erste mehrtägige Reise plane, vielleicht in der Osterwoche, denn da werden ja  noch ganz andere Herausforderungen auf mich zukommen. Und auch da werde ich bestimmt einiges lernen müssen … und einige Überraschungen erleben.

P.s.: ich habe gemerkt, dass ich nach den Touren juckende Stellen auf dem Rücken bekomme. Das kommt wahrscheinlich vom Schweiß. Ich benutze zur Zeit, da es noch recht kühl ist, eine wasserdichte Segeljacke als oberstes Kleidungsstück als Windschutz. Ich denke, ich muss mir eine Jacke beschaffen, die sowohl winddicht ist, aber trotzdem besser atmet. Gibt es das?

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