Category : Lebensphilosophie

Das sind doch alles nur Binsenweisheiten

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Vielleicht wirst du sagen: „Die Themen in diesem Blog sind doch nur Binsenweisheiten – was kann ich damit anfangen? Und ja, viele Dinge, über die ich schreibe wurden bestimmt schon auf zig anderen Blogs behandelt. Aber das ist mir egal. Warum?

Weil ich diese Dinge und Themen, über die ich schreibe gerade erlebe und erfahre, weil diese Dinge für mich authentisch und wichtig sind. Und ich versuche sie in meiner Sprache rüberzubringen, einer Sprache, von der ich denke das sie relativ einfach verständlich ist, ohne dabei langweilig oder simpel zu sein.

Also, wie geht man z.B. mit einer Lebensweisheit wie „Carpe Diem“ um – langläufig übersetzt mit „Genieße den Tag“ oder „Nutze den Tag“. Klar können wir darüber jetzt eine philosophische Abhandlung schreiben. Außerdem dürfte es jedem bekannt sein, das ein Credo eines erfüllten Lebens darin besteht deinen Tag zu genießen oder optimal zu nutzen. Aber was bedeutet das?
Einen guten Tag zu genießen, das kann jeder. Aber wie sieht es mit den mittelmäßigen, langweiligen oder sogar tieftraurigen Tagen aus? Gilt dann immer noch „Carpe Diem“?

Ja, und dann schaut man halt mal z.B. In Wikipedia und sieht als Nicht-Lateiner nach was „Carpe Diem“ wirklich bedeutet. Und da wird man dann finden, dass es eigentlich mehr „pflücke den Tag“ heißen müsste und eigentlich aus dem Gartenbau kommt. Das heißt es bedeutet, das du die Früchte deiner Arbeit ernten sollst, pflücken sollst. Und das sollst du natürlich auch genießen. Das gibt dem ganzen also eine ziemliche Wendung.

Nicht „ich hau mich jetzt in die Hängematte mit einem Cocktail und genieße den Tag“ sondern „ich erfreue mich an den Dingen, die ich gepflanzt habe und jetzt ernten kann“. Und das bedeutet wiederum, dass ich auch mittelmäßige, langweilige und auch tieftraurige Tage dazwischen hatte, die alle zu einem Ziel und einem Genuss beigetragen haben. Jeder Tag ist also wichtig und jeden Tag sollst du „pflücken“, selbst wenn es dir manchmal schwerfällt.

Und so kommen wir zurück zu den Binsenweisheiten. Es kommt immer darauf an wie man eine Binsenweisheit erzählt oder interpretiert. Auf die eine Weise sagt es dir vielleicht gar nichts, wenig oder vielleicht sogar etwas falsches. Auf die andere Weise setzt es sich vielleicht bei dir fest und fügt sich unmerklich in dein Leben ein.
Denn manchmal sind es ganz kleine und vielleicht sogar absurde Sachen, die jemanden prägen. Wie kleine Samenkörner, die auf einen fruchtbaren Punkt gefallen sind und dort wachsen und für immer bleiben. Binsenweisheiten? Vielleicht. Aber Binsenweisheiten, die im richtigen Moment auf die richtige Stelle gefallen sind.

Wie es mir zum Beispiel letztens mit einem Podcast passiert ist, in dem der Moderator meinte, dass er empfiehlt jeden Tag damit zu beginnen, erstmal ein großes Glas Wasser zu trinken. Hab ich schon tausendmal gehört.
Aber der Podcast erklärte warum. Er sagte nämlich, das der Körper nachts dehydriert. Klar, weil er nur Flüssigkeit abgibt, du aber keine neue aufnimmst. Logisch. Das hat mir eingeleuchtet und sich bei mir festgesetzt. Das es auch für die Entgiftung des Magen-Darmtraktes gut sein soll, weiß ich natürlich schon lange, aber der Darm ist sehr lang und was kann da ein Glas Wasser schon ausmachen. Das hatte mich also nicht überzeugt. Aber die Dehydrierung schon.

Insofern ist der Punkt nicht die Binsenweisheit selbst, sondern der Kontext in den du sie fügst. Und manche Kontexte sind für dich vielleicht besser verständlich als andere.

Falls ich diese Binsenweisheiten also auf eine Art und Weise ausspreche, die auch nur eine Person versteht, bzw. die nur einer Person weiterhilft, dann hat es sich schon gelohnt diese Binsenweisheit aufzuschrieben.

Entdeckungsreise ins innere Selbst

Heute schauen wir uns mal das Wort Entdeckung an. Entdeckung wird normalerweise mit der Idee einer Entdeckungsreise oder Forschungsexpedition verbunden. Eine Reise in Ferne Länder und Gebiete, die nie ein Mensch zuvor entdeckt hat.

Dabei kommt das Wort eigentlich von „entdecken“, also ich decke etwas auf. Ich decke etwas auf, dass die ganze Zeit da gewesen ist, aber nicht sichtbar war, weil es unter einer Decke gelegen hat. Uncover – discover, im Englischen dasselbe. Also war der Entdecker von Troja zum Beispiel ein richtiger Entdecker, denn er hat Kappe um Kappe Erdreich abgedeckt um zu etwas zu gelangen, was schon seit langer Zeit dort gewesen ist, aber nicht sichtbar war. Er hat Troja entdeckt.

Und genauso müssen wir unsere Entdeckungsreise ins innere Selbst machen und erleben. Es geht nicht darum etwas zu untersuchen, was wir schon kennen und an uns selbst bemerkt haben. Es geht darum Wege und Methoden zu benutzen, die dich zu Gebieten von dir selbst führen, die du noch nie gesehen hast, die du noch nie entdeckt hast.

Methoden zur Selbst-Entdeckung

Und was sind diese Methoden? Ich gehe davon aus, dass es viele gibt und das jeder Mensch auch seine individuellen Entdeckungsmethoden suchen und versuchen kann. Ich denke auch, das es manchmal mehrere Schritte sein werden um in den Entdeckungsmodus zu kommen und nicht nur einer. Denn man muss sich ganz klar sensibilisieren.

Du wirst überhaupt nichts entdecken, wenn du nicht die Sensibilität hast offen zu sein, um zu finden. Denn im Gegensatz zur Archäologie ist hier der Punkt, das du nicht vorher Indizien zusammenträgst um am geeigneten Ort zu suchen, sondern das dich deine Intuition an den Punkt führen muss, wo die Schätze und Geheimnisse vergraben sind.

Methoden, die schon bei vielen Menschen funktioniert haben, sind zum Beispiel die Meditation, Qigong, war sowie deine Ernährungs– und Lebensweise, Methoden, die ich anwende.

Es wird aber noch eine Menge andere geben und ich werde bestimmt auch noch eine Menge anderer ausprobieren.

Intuition ist der Schlüssel

Was ich aber jetzt schon merke, ist das ich immer sensibler werde und das ist schön zu sehen. Wie bei einem Puzzle oder bei einem Zauberwürfel (Rubiks cube) fügen sich immer mehr Ideen und Gedanken, aber auch Intuitionen zusammen und werden zu einem immer einheitlicheren und logischen Bild.

Auch Momente, die ich vorher nicht verstanden habe, oder vielleicht sogar als etwas Negatives interpretiert habe, bekommen auf einmal einen vollkommen anderen Zusammenhang und werden als etwas Positives verständlich. 

Bilder und Momente können manchmal sehr Klischeehaft sein, weil wir sie tausendmal im Fernsehen gesehen habe, zum Beispiel „der letzte Abschied“, bei dem man als Zuschauer immer genau weiß, dass sich diese Personen nie mehr wiedersehen werden, obwohl es ein alltäglicher Abschied zu sein scheint. Oder der alte Polizist, der von seiner Rente spricht und man weiß schon hundertprozentig das er sterben wird.

Diese Bilder und Momente habe auch ich manchmal und habe dann schon Angst, das klischeehaft, wie im Film, schreckliche Dinge passieren werden. Und auf einmal sehe ich, dass diese Bilder eine ganz andere Bedeutung hatten.

Das ist das schöne an Entdeckungsreisen ins innere Selbst – du erkennst Dinge, die du eben noch nicht gewusst hast und über die du vorher auch gar nicht nachgedacht hast. Und ist das nicht genau der Kick beim Entdecken? 

Aber für dieses Entdecken, um etwas wirklich Neues und Unbekanntes zu entdecken, musst du wie gesagt offen und sensibel sein, denn nur deine Intuition kann dich dorthin führen. Und wie ich an anderer Stelle schon gesagt habe, die Intuition ist eine ganz leise Stimme, ein ganz leises und unaufdringliches Gefühl. Manchmal musst du nur einen Weg gehen, obwohl du nicht weißt, warum du jetzt diesen Weg gehst. Nur dann wirst du zu Stellen und Punkten kommen, die du vorher noch nie entdeckt hattest.

Sei offen, neugierig, mutig und intuitiv

Ach ja, und Mut braucht du manchmal auch dazu. Mut und Vertrauen. Mut das dich deine Intuition richtig führt und Vertrauen, wenn du dich manchmal in Situationen befindest, die sich vollkommen falsch anfühlen. Wenn dein Weg, der dich Schritt für Schritt dorthin geführt hat, dich genau an diesen Punkt gebracht hat, dann ist dieser Punkt auch in diesem Moment richtig und wichtig für dich. Denn hinter diesem Punkt gibt es wahrscheinlich Sachen zu entdecken, an die du vorher nicht einmal gedacht hast.

Also sei offen, neugierig, mutig und intuitiv – und habe Vertrauen, dass die Entdeckungsreise dich an interessante Ziele führen wird.

Zitate zum Thema

Ausnahmezustand – was bedeutet das?

Wir befinden uns im Ausnahmezustand. Was bedeutet das? Eigentlich hat der Begriff Ausnahmezustand etwas Negatives. Ein Zustand, in dem wir nicht die Sachen tun können, die wir normalerweise machen. 

Der Corona Virus hat uns in einen Ausnahmezustand geführt. Das hat ganz klar viele negative Seiten, z. B. das Leute sterben, das wir in unseren Freiheiten eingeschränkt sind, das die Kultur ungeheuer leidet, das alle Menschen unter dem Mangel von Kultur leiden und das vor allem junge und alte Menschen auf ihre gewohnten Arten der sozialen Kontakte verzichten müssen. Ich bin darüber sehr traurig. 

Trotz allem habe ich nach kurzer Zeit der Frustration noch in der ersten Welle des Lockdown, versucht für mich etwas Positives aus dieser Situation zu ziehen. Ich hatte viel Zeit für mich und hatte praktisch keine Verpflichtungen mehr. Selbst arbeiten konnte ich zu dieser Zeit nicht. 

Also habe ich diese Zeit genutzt, um an meiner Transformation zu arbeiten. Ein Teil dieser Transformation ist, die Dinge von einer anderen Seite her zu betrachten, von der positiven Seite.  

Ausnahme von einem gewohnten Zustand

Schauen wir uns also einmal das Wort Ausnahmezustand etwas genauer an. Es sagt, dass es die Ausnahme von einem gewohnten Zustand ist. Und jetzt betrachten wir doch einmal unseren gewohnten Zustand. Sind wir mit unserem gewohnten Zustand zufrieden? Ist unser gewohnter Zustand der, den wir uns einmal für unser Leben vorgestellt haben?

Wenn ja, dann herzlichen Glückwunsch – für euch ist der Ausnahmezustand wahrscheinlich eine „putada“ (im Spanisch Wörterbuch nachschauen) oder im positiven Falle ist er euch vollkommen egal.

Für alle aber, die mit ihrem „gewohnten“ Leben eigentlich nicht ganz so zufrieden sind, kann ein Ausnahmezustand ja vielleicht auch etwas Positives bringen. Eine Ausnahme zu eurem gewohnten Leben ist normalerweise vielleicht der Urlaub oder eine besondere Feier oder die Geburt eines Kindes, sei es Tochter/Sohn, Nichte, Neffe oder Enkel/in. Das sind positive Ausnahmen. Es gibt natürlich auch negative.

Aber ich konzentriere mich jetzt auf die Positiven. Also wir haben einen Ausnahmezustand zu unserem gewohnten Leben. Schauen wir also nicht, wo wir jetzt überall eingeschränkt sind, sondern schauen wir mal auf die Freiräume, die uns dieser Ausnahmezustand bietet.

Zeit zum Durchatmen

Wir können – ganz ohne schlechtes Gewissen – zu Hause bleiben und ich habe jetzt zum Beispiel mehr Zeit zum Schreiben. Aber auch zum Sport machen, meditieren, lesen, mich weiterbilden, mich um meine Familie kümmern etc. etc. Und ich nutze diese Zeit, um immer mehr über mich selbst zu erfahren, mich immer mehr zu reflektieren, zu sehen wie ich agiere und reagiere, zu erkennen oder erahnen, warum ich das so mache, wie ich es mache. Zeit zum Durchatmen. 

Also versuche diesen Ausnahmezustand anzunehmen und als eine andere Person diesen Ausnahmezustand wieder zu verlassen.

Nutze die Ausnahme, denn es ist die Ausnahme von der Regel!

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